Das machen wir jetzt vor jeder Klassenarbeit!

Nein, diese Technik ist nicht speziell für Fremdsprachenlehrer, aber das kümmert mich nicht. Die Studie aus der sie stammt, versuchte die Durchfallrate sozial-ökonomisch benachteiligter Schüler im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu verringern. Das Ergebnis einer (von praktisch jedem Lehrer anwendbaren) Intervention war eine HALBIERUNG der Durchfallrate.

 

Das schaue ich mir für meinen Unterricht ab!

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich unterrichte viele Schüler, deren Familien auf Unterstützung vom Staat angewiesen sind, und mir sind alle meine Schüler wichtig. Soziale Gerechtigkeit wird zudem immer wieder von internationalen Studien im deutschen Schulsystem bemängelt. In diesen düsteren Zeiten lese ich gern Artikel auf Goodnewsnetwork.com und Upworthy.com um nicht komplett in mediale Depression zu verfallen. Dieser Artikel stieß mich auf eine wirklich nützliche Studie mit praktischem Nutzen für meinen Unterricht.

Der Aufbau der Studie

Die Studie stützte sich auf andere Forschung, die gezeigt hatte, dass sozial-ökonomisch benachteiligte Schüler sehr sensibel für Situationen sind, in denen sie möglicherweise benachteiligt sind (Rejection Sensibility). Dieser mentale Effekt führt dazu, dass die Schüler unterschwellig ängstlicher sind und schlechter in Tests abschneiden (Performance Anxiety).
Die Studie mit über 1000 Schülern testete zwei Formen von kleiner Intervention (und die Kombination beider), mit wie ich finde beeindruckendem Ergebnis.
Eine Schülergruppe wurden direkt vor Beginn des Tests instruiert, 10 Minuten lang ihre Gedanken und Sorgen aufzuschreiben.
Eine zweite Gruppe las einen Artikel und beantwortete Fragen dazu. Der Artikel behandelte wie Angst und Nervositäts eigentlich hilfreiche Symptome für nützliche Aufregung sein können, die die eigenen Fähigkeiten unterstützt.
Die dritte Gruppe kombinierte gekürzte Versionen beider Aufgaben in der gleichen Zeit.
Die Kontrollgruppe sollte Angst und Nervosität einfach ignorieren.

Das Ergebnis

Die gesamte Studie könnt ihr hier nachlesen. Das Ergebnis der Studie zeigte große Unterschiede abhängig vom Hintergrund der Schüler. Schüler von höherem sozio-ökonomischem Status hatten keine Nachteile aber auch keine signifikanten Vorteile durch die Interventionen. Schüler, die für kostenloses Mittagessen qualifiziert waren, schnitten dagegen massiv besser in den nachfolgenden Tests ab. Es wurde vermutet, dass sie über weniger emotional regulierende Fähigkeiten verfügen und daher stärker profitieren.
Die kombinierte Aufgabe gab übrigens keine zusätzlichen Boni. Die Wissenschaftler stellten die Hypothese auf, dass die Reihenfolge der beiden Aufgaben eventuell getauscht werden sollte, so dass die Schüler erst den Artikel lesen und dann ihre Gedanken und Emotionen auf dieser Basis reevaluieren.
Im Ergebnis konnte die Studie die Durchfallrate der sozio-ökonomisch benachteiligten Schüler von 39% auf sagenhafte 18% senken und dadurch einen guten Teil zu sozialer Gerechtigkeit beitragen.

Ich werde diese zehn Minuten ab jetzt investieren, auch wenn ich dafür meine Klassenarbeit kürzen muss. Wie siehst du das? Ist es dir die Zeit Wert?

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Mein Liebstes Kennenlernspiel und eine Retrospektive

Willkommen zurück, ja, ich bin lange untergetaucht, aber ich freue mich, endlich wieder regelmäßig zu schreiben. Beginnen möchte ich mit meinem liebsten Kennenlernspiel (aber nicht nur für den Start zu gebrauchen). Danach folgt eine kleine Retrospektive der letzten fünf Jahren in der gleichen Klasse und etwas anderem Englischunterricht.

Kennenlernspiel: Line Game

Vielleicht kennst du das Line Game. Es ist mein liebstes Kennenlernspiel ab der 9. Klasse.

 

Dazu erklärst du die längste freie Strecke im Klassenraum zu einer virtuellen Messlatte. Diese geht von Null bis Zehn oder von "Überhaupt nicht" bis "ganz extrem" oder "sehr kurz" bis "sehr lang". Keine Sorge, das wird gleich offensichtlich. Natürlich erfolgt die Erklärung in der Fremdsprache.

 

Dann stellst du Fragen, zu denen sich die Schüler einfach durch Aufstellen positionieren müssen.

Achte darauf, mit eher unpersönlichen Fragen zu starten und dann persönlicher zu werden.

 

Besonders Extreme laden natürlich zum Nachfragen ein. Ich stelle mich dazu auf einen Stuhl, sonst könnte ich bei meiner Körpergröße die Hälfte Schüler nicht sehen...

 

Gute Fragen meiner Ansicht nach:

 

  • How old are you?
  • How long does it take you to get to school?
  • How many pets do you have?
  • How much do you like school?
  • How far away do you want to go after you finish school?
  • How much do you like the school subject English?
  • How much do you like the language English?
  • How much time do you spend reading, viewing or listening to English outside of school (computer games included)?
  • How much time do you spend reading books?
  • How much time do you spend playing computer games?

 

Das Spiel eignet sich auch später für andere Themen, zum Beispiel Abithemen oder auch Lektürearbeit:

 

  • How much do you like the character Mercutio?
  • How serious do you think is Romeo and Juliet's love?
  • How guilty of the lovers' death is Juliet's father?

Die Retrospektive: The good, the bad and the ugly...

Noch nie zuvor habe ich eine Klasse fünf Jahre lang unterrichtet. Noch nie zuvor habe ich fünf Jahre lang alternativen Englischunterricht (z.B. fast gänzlich ohne Vokabelllernen) gemacht. Stattdessen gab es TPRS, TPR, und sehr, sehr viel Lesen.

 

Würde ich es nochmal so machen?

Am ersten Schultag mit der Klasse wusste ich noch nicht, was wir gemeinsam wagen würden. Ich dachte, wir probieren diese von mir neu erlernten Methoden einfach mal zwei Wochen aus und am Elternabend könnte man mal schauen, wie das Feedback so aussieht.

 

Eine Woche später war klar, es gibt kein zurück. Und die meisten Eltern waren auch schon überzeugt, bevor ich überhaupt anfing, mein Konzept zu erklären. Ihre Kinder hatten zuhause sehr geschwärmt.

 

Was haben fünf Jahre Spielen, Lesen und Geschichten Erzählen statt Schulbuch und Arbeitsblatt gebracht(etwas vereinfacht dargestellt) ?

Etwa acht der Schüler, die von Anfang bis Ende dabei waren (ca. 24 meiner 30 Schüler gesamt) haben ein hervorragendes Niveau erreicht, das ich sonst höchstens bei ein oder zwei Schülern in der Klasse hatte, und auch nur weil diese zuhause viel auf Englisch lasen und Computer spielten. Gefühlt (so viele neunte Klassen hatte ich als Vergleich noch nicht) ist der Rest etwa auf dem gleichen Niveau wie er sonst gewesen wäre, d.h. mit Schulbuch, ausgedehntem Grammatikunterricht und Vokabelpaukerei.

 

Allerdings haben die schwachen Schüler ein bedeutend größeres Vokabular und Hörverständnis, auch wenn sie schriftlich trotzdem schwach und mündlich schüchtern sind.

 

Beeindruckt haben mich auch neu hinzu gekommene Schüler, die erst sehr schwach waren, dann aber wieder Mut fassten und enorm aufholten. Das war mir in meinem traditionellen Unterricht bisher noch nicht passiert.

 

Etwa drei bis vier der starken Schüler haben ein Niveau erreicht, mit dem sie die E-Phase (10.Klasse) problemlos überspringen könnten und dennoch im Leistungskurs zurecht kommen würden. Sie können sich sehr gut und flüssig auf Englisch ausdrücken und haben für die neunte Klasse ein sehr umfassendes Vokabular, das über das, was wir im Unterricht gemacht haben, weit hinaus ging.

 

Um nicht nur meine Worte gelten zu lassen:

 

Ein Elternteil kam vor den Sommerferien zu mir und sagte, wie gut die Methode sei, da sich sein Sohn im Urlaub praktisch flüssig auf Englisch verständigte. Als ihn sein Vater darauf ansprach, sagte er nur: "Ich bin aber nicht der Beste in der Klasse."

 

Und mein Lieblingskommentar kommt von einem Schüler mit leichter Rechtschreibschwäche, der jahrelang fast nichts im Unterricht gesagt hat und immer seine Dreien geschrieben hat:

 

"Hello, my name is ...", das war mit das erste, was ich von Ihnen gelernt habe. Inzwischen habe ich ein brauchbares Vokabular, ohne jemals Vokabeln gelernt zu haben.

 

Sein Vokabular ist mehr als brauchbar... Irgendwann fing dieser Schüler an und konnte die ausgefallendsten Vokabelfragen beantworten.

Womit bin ich unzufrieden?

Zufrieden bin ich natürlich nie. Gerade im Mittelfeld hätte ich mit mehr Kompetenz im Schreiben gerechnet, da wie so enorm viel gelesen haben (die letzten zwei Jahre mindestens 30 Minuten pro Woche mit selbstgewählten Büchern).

 

Ich war überrascht, dass selbst Schüler, die 300 Seiten Harry Potter gelesen hatten, noch so viele Rechtschreib- und Grammatikfehler machten.

 

Ich denke, da muss ich noch an meinen Fähigkeiten arbeiten. Dazu habe ich in Frankreich bei der European TPRS Conference in Agen in diesen Sommerferien bei Workshops und Gesprächen sehr gute  Ideen gewonnen.

 

Ich habe dort unter anderem eine Woche Englisch unterrichtet und wurde dabei von einer erfahrenen Lehrerin gecoacht, während Neulinge von hinten zuguckten und Feedback gaben. Wenn dieser Drill mir nicht angewöhnt hat, langsamer zu sprechen und mehr zu wiederholen, sollte ich meinen Job an den Nagel hängen.

 

Hier ein paar Impressionen der phantastischen Konferenz:

Wenn die Lehrerin halb so alt ist wie die meisten ihrer Schüler... Wir hatten so viel Spaß:

 

Also, auf ein Neues, es gibt viel zu tun. Was hast du dir für das neue Schuljahr vorgenommen? Oder falls du schon angefangen hast, siehst du schon Erfolge, oder hat dich der Trott eingeholt?

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Fehlerhafte Fehlerkorrektur...

Klassenarbeiten Korrigieren in den Fremdsprachen... Wahrscheinlich genauso beliebt bei Lehrern wie das Schreiben derselben bei Schülern. Für mich gilt das definitiv, allein durch den unglaublichen Zeitaufwand. Aber wie zielführend ist diese Sisyphusarbeit eigentlich? An diesem Thema scheiden sich die Geister. Dabei scheint die Datenlage doch in eine ganz bestimmte Richtung zu weisen...

Dieses Bild ist nicht von mir, sondern von Pixabay...

An einer Abiklausur sitze ich mit Gutachten Schreiben im Schnitt 2.5 Stunden. Pro Schüler. Also mal eben eine Woche Mehrarbeit. Dabei wird natürlich anders korrigiert, da es hier um Fehlerdokumentation nicht -feedback geht. Aber auch Oberstufenklausuren fallen mit ca. 1.5 Stunden pro Schüler zu Buche. Lohnt sich diese massive Arbeit? Was sagt die Wissenschaft dazu?

Eine Auswahl an Studien

Einen guten ersten Eindruck bekommt man in diesem Artikel von Devon Woods, 1989, für mündliche und schriftliche Fehlerkorrektur (denn die Sachlage ist nicht neu). Mein Lieblingspunkt aus diesem leider englischen Artikel ist der Grund warum wir vermutlich so gern korrigieren. Wir erinnern uns, wie der Autor bemerkt, natürlich vor allem selektiv an die wenigen Momente in denen die Korrektur doch einen positiven Effekt hatte. Insgesamt kommt der Autor nach Analyse mehrerer Studien zu dem Fazit, dass Fehlerkorrektur in den Fremdsprachen meist eher schadet als nützt.

 

Wer meint, diese Studie sei nur ein Ausnahmefall, dem lege ich hier noch einige Belege ans Herz (mit bestem Dank an meine französische Freundin und Kollegin Judy Dubois, deren Artikel mich auf die Fährte der Studien geführt hat):

 

Dieser Artikel von Gray (2004) konzentriert sich vor allem auf die schriftliche Fehlerkorrektur und betrachtet andere Studien. Mir gefällt persönlich das Zitat von Truscott darin, in dem er bemerkt, dass die meisten Lehrer aus Erfahrung wissen, dass Schüler trotz Korrektur immer wieder die gleichen Fehler machen. Die Schüler dann als faul oder dumm zu beurteilen scheint wenig sinnvoll, da das Phänomen auch bei überdurchschnittlich guten Schülern auftritt...

 

Hier kritisiert der eben zitierte Truscott (1999) die Kritik einer Kollegin an seiner Kritik der Grammatikkorrektur ;-). Dabei analysiert er die Datenlage aber sehr gut und versucht auch Belege für die Gegenseite zu finden. Es scheint, dass die Fehlerkorrektur in der Praxis völlig selbstverständlich ist, obwohl die Datenlage aus der Wissenschaft dazu eher negative Indizien liefert.

 

Diese Studie (Kepner 1991) schlägt ebenfalls vor, ganzheitlich auf den Inhalt hin zu korrigieren, da sich so der Schreibstil stärker verbessert als bei expliziter Sprachkorrektur.

 

Diese Studie (Sheppard 1992) kam zum gleichen Ergebnis.

 

Hier eine Studie (Semke 1984), die zeigt, dass Fehlerkorrektur zudem die Einstellung der Schüler zum Fremdsprachenunterricht negativ beeinflusst.

 

Diese Studie von Qosayere (2015) fand ich sehr unterhaltsam. Sie behauptet, die obigen Studien zu wiederlegen, die den tatsächlichen Lernfortschritt der Schüler gemessen haben. Die Methodik der Studie waren allerdings Schüler- und Lehrerinterviews. Das Argument der Forscher war also in meinen Worten wiedergegeben: "Grammatikkorrektur bringt doch etwas da Schüler und Lehrer sie in unserer Studie toll fanden..."

Und jetzt?

Was also tun wenn die alte Vorgehensweise, jeden einzelnen Fehler zu markieren, niemandem nützt?

 

In der E-phase (10.Klasse) habe ich schon begonnen, meine Korrektur einzuschränken. Ich erklärte den Schülern genau, warum sie jetzt nur noch auf einer Seite eine detaillierte Korrektur jedes einzelnen Fehlers bekommen würden und ansonsten das summarische Feedback über unsere integrative Sprachbewertungsmatrix mit acht Kategorien von unter anderem Wortwahl über Adressatenspezifität zu Eigenständigkeit. Statt Randbemerkungen aus Buchstaben bemühte ich mich, stärker auf die Argumentation und den Stil einzugehen. Zudem gewann ich Zeit für summarische Rückmeldungen am Ende. Hier einige Beispiele:

  • I can see that you studied the topical vocabulary, which had a positive effect on your text.
  • Mind the difference between they=sie, there=dort and their=ihre.

  • Your punctuation is still fairly German. Please look at the rules sheet again and leave time to check for these kinds of mistakes at the end. If you leave out the comma before "that", your text will already look much more natural.
  • Remember not to use “kids” in place of "children" in formal writing and also avoid abbreviating “there's”, etc.
  • You still capitalized random words in the text.

Wie man am letzten Beispiel sehen konnte, gelang es mir auch besser, den Fortschritt der Schüler sowohl für mich als auch für sie zu dokumentieren. Ich schaute bei der Korrektur einfach in den Rückmeldebogen der letzten Klausur und konnte sofort notieren, ob der Schüler bestimmte Fehlerarten jetzt vermieden hatte. Diese Zeit hatte ich vorher nicht, als ich auf 12 Seiten jedes einzelne fehlende Komma markieren musste.

Proteste über diese neue Vorgehensweise gab es übrigens nicht.

 

Auch bei den jüngeren Schülern habe ich begonnen, eine Matrix mit Rückmeldungen zu verwenden, statt Fehler zu unterstreichen. Denn wenn ich jeden Fehler markiere, betone ich ihn dadurch ja zusätzlich und das Gehirn der Schüler prägt ihn sich um so besser ein.

 

Im nächsten Artikel betrachte ich die mündliche Fehlerkorrektur.

 

Was meinst du? Überzeugt dich die Sachlage, oder hängst du an der detaillierten Fehlerkorrektur?

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Frisch ins neue Jahr! Hallo 2017! (Mit Question Words Download)

So, ich wieder hochmotiviert, im neuen Jahr Artikel zu schreiben, Videos zu drehen und Material für dich hochzuladen. Unten findest du schon mal einen Download für deinen Klassenraum.

Nicht alles war ein Reinfall 2016, jedenfalls beruflich. Meine guten Vorsätze vom letzten Jahr haben sich teilweise ganz gut gehalten. Ok, der selbstgebastelte Adventskalender hat sich wieder nicht von selbst gebastelt. Aber ich bin zum Beispiel schon viel besser darin geworden, die Anwesenheit der Schüler im Unterricht verlässlicher zu notieren.

 

Teacherstudio, die app, die ich zur Verwaltung dieser Daten und meiner Noten einsetze, hat sich auch verbessert und ist komfortabler geworden (nein, ich bekomme keine Provision, benutze sie nur selbst sehr gern). Trotzdem muss man natürlich das Handy am Stundenanfang herausholen, auch wenn einen drei Schüler mit Anliegen belagern. Das ging dies Jahr besser.

 

Im Chemieunterricht (ausgerechnet...) haben mir die Schüler gezeigt, wie wichtig Geschichten sind, was mich verblüfft und inspiriert hat, mehr nach solchen chemischen Erzählungen zu suchen. Gleichzeitig bestärkt es mich, noch mehr mit Geschichten im Englischunterricht zu arbeiten.

 

Der Klassenraum meiner 9.Klasse ist allerdings immer noch nicht aufgehübscht. Da habe ich einen echten blinden Fleck, keine Ahnung wie andere Kollegen das machen, die Blumen, hübsche Bilder und sogar Aquarien in ihren Räumen haben. Die Fenster meines Klassenraums sind momentan von außen mit rohem Ei "dekoriert".

Das wird mein Vorsatz für's neue Jahr. Also die Deko, nicht die Aquarien oder die rohen Eier.

Ich will für die Schüler und mich eine schönere Lernumgebung schaffen, wie auch schon in diesem Video von mir angekündigt.

 

Dazu jetzt der erste Schritt. Die Fragewörter müssen UNBEDINGT in all meinen Englischräumen an die Wand. Was bringt es, wenn ich Fragen stelle und die Schüler keine Ahnung haben, was gefragt ist? Daher habe ich mich hingesetzt und ein paar hoffentlich aussagekräftige Illustrationen mit den Question Words kombiniert. Auf zwei Seiten findest du die wichtigsten englischen Fragewörter mit hübschen Bildchen (siehe Foto unten)

Ich denke, ich werde noch mit buntem Stift die deutsche Version der Question Words dazu schreiben. Wenn du nicht Englisch unterrichtest, kannst du die Fragewörter ganz fix übersetzen, da du hier oder mit Klick auf das Bild die .doc Datei herunterladen kannst.

Einfach downloaden, nach Wunsch verändern, auf A3 kopieren, aufhängen, fertig.

Was ist sonst geplant? Videos, Materialien, natürlich. Und sonst? Ich will mehr über Deutsch als Fremdsprache lernen und damit Sprachen ohne gemeinsame Verkehrssprache zu unterrichten. Dazu kommt Sprachen unterrichten ohne Studium, da sehr viele von euch mir dazu Emails schreiben. Also, let's see where it takes us.

 

Ich wünsche dir ein ganz erfolgreiches 2017 mit deinen Klassen.

 

Liebe Grüße,

 

Charlotte

 

P.S.: Vergiss nicht, dass du auch als nicht Englisch-Lehrer die Question Words einfach übersetzen und benutzen kannst. Hier geht's zum Download.

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Linktipps

Ich hoffe du hast gerade nichts Besseres vor als Zeit im Netz zu verdaddeln... Hier kommen meine besten Linktipps für Fremdsprachenlehrer und auch zwei neue Videos von meinem Youtube-Channel (der gerade umgezogen ist).

 

Schau hier, wenn du Lust auf einen kleinen Tipp hast, wie du die Raumdeko für dich arbeiten lassen kannst:

 

 

Es war sehr angenehm, den Artikel "The Hard Part" zu lesen, einfach weil es schön ist, verstanden zu werden...

Auszug: "Show me a teacher who thinks she’s got everything all under control and doesn’t need to fix a thing for next year, and I will show you a lousy teacher."

 

Bei den Match-Minies kann man mal über den Tellerrand gucken. Gut verdauliche, wenn auch englische Videos zu best-practices von einer amerikanischen Privat-"Uni", die Lehrer ausbildet.

Kontrovers: Das Video "The Case for Cold-Calling".

Ich habe in Chemie ausprobiert, Namen zu ziehen um zu entscheiden, wer die Ergebnisse der Gruppenarbeit präsentieren muss und kann sagen, dass ich sehr gute Ergebnisse dabei hatte. In Englisch rufe ich dennoch fast nie ohne Meldung auf, da ich die Schüler nicht bloßstellen will. In der Fremdsprache zu sprechen ist einfach deutlich anspruchsvoller und emotionaler für die Schüler, finde ich.

 

Älter, aber nicht schlechter. Manfred Spitzer räumt bei der ZEIT mit Lernmythen auf.

 

Speziell für Englischlehrer

Ah, was für eine nette kleine Aktivität für 10 Minuten. Einmal zeigen, wie wichtig Wortstellung ist. 

 

Ich bin gerade mitten in Cory Doctorows "Little Brother" als Privatlektüre und es ist sooo spannend. Man kann das Buch aber auch super mit dem Leistungskurs lesen. Passt gut beim Thema "Individual and Society".

Es geht um tech-savvie Marcus, der die zunehmende Überwachung seiner Schule und des Staates geschickt umgeht, dann aber bei einem Terroranschlag zum Verdächtigen wird. Als seine Menschenrechte den Bach hinunter gehen, startet er einen geheimen Feldzug gegen Big Brother.

Es gibt den Text sogar umsonst im Netz, vom Autor selbst zur Verfügung gestellt und in seinem Blog auch noch reichlich Zusatzmaterial von Lehrern selbst erstellt. Hier zum Beispiel ein Jeopardy. Und ja, von den großen deutschen Verlagen gibt es auch schon einiges an Kopiervorlagen.

 

Auch anregend, vor allem für den Leistungskurs: Eine schöne Übersicht über den cognitive bias, also die Tendenz des Gehirns, Informationen sehr subjektiv nach bestimmten Kriterien zu beurteilen.

 

Für TPRS - Interessierte

Michelle ist eine tolle TPRS-Lehrerin, die mir die Klassenbibliothek so fantastisch vermittelt hat, dass ich mir sofort eine selbst anlegen musste. Hier sieht man sie in ihrem ganz normalen Unterricht. Besonders positiv finde ich wie sie Gesten einsetzt und für Verständlichkeit sorgt. Das Französisch kann ich schlecht beurteilen, da ich darin eine komplette Niete bin, aber es geht mir bei dem Video auch nur um ihre Methode.

 

Und nicht zuletzt noch ein Video von mir. Eine kleine Übersicht über die Materialien, die ich selbst benutzt habe um mir TPRS anzueignen. Ich hoffe, es hilft.

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Es geht endlich weiter!

Eine halbe Ewigkeit habe ich mich verbuddelt, auch um die Lehrerlieblingslektüre zu vollenden und zu perfektionieren. Aber jetzt geht es endlich weiter. Das gibt's Neues:

1. Videos

Ich habe mich ja lange nicht getraut. Sogar als die Videos schon gedreht waren, verschob ich den Termin für die Veröffentlichung Monat um Monat. Warum erzähle ich meinen Schülern auch immer: "Denkt daran, NIEMALS youtube Videos unter eurem Namen veröffentlichen!"

Außerdem bin ich trotz Unterrichten und Fortbildungen und was weiß ich allem doch (noch?) sehr introvertiert und muss mich selbst manchmal mühsam aus dem Panzer herauslocken. Wer weiß, ob ich mich jeh getraut hätte, wenn ich es nicht schon so vielen versprochen hätte.

Hier also mein neuer Youtube-Kanal mit den ersten zwei Videos.

2. Veranstaltungen

Im September und Oktober gibt es einige Möglichkeiten, wenn du mich mal persönlich auf einer Fortbildung sehen möchtest und Interesse hast, deinen Fremdsprachenunterricht so richtig auszumisten.

 

Für die Nordlichter geht das am 15.09.2016, 15.00-18.00 im RPZ / Ostfr. Landschaft, Fischteichweg 16, Aurich. Link zur Anmeldung hier.  Dabei geht es darum, Grammatikunterricht in der Sek I zu revolutionieren. Was solltest du nie wieder in deinem Unterricht machen, weil es die Schüler schlechter macht? Wie viel Hindi kannst du in 10 Minuten lernen? Welche Techniken funktionieren dagegen hervorragend und machen allen Beteiligten Spaß?

 

Für die Südländer, ich bin am Donnerstag den 30.September um 13 Uhr beim Bundeskongress des Gesamtverbandes moderne Fremdsprachen in Nürnberg. Anmeldung hier. Dabei geht es darum, Grammatikunterricht in der Sek I zu revolutionieren. In 90 min. kurz und knackig: Was solltest du nie wieder in deinem Unterricht machen, weil es die Schüler schlechter macht? Was funktioniert statt dessen hervorragend und macht Spaß?

 

Und nicht zuletzt, wer Englisch kann und richtig weiterkommen will: ich werde bei der European TPRS conference in Amersfoort, NL einen Fortgeschrittenenworkshop anbieten (7.-9.10.). Ich war bei den äquivalenten Fortbildungen in den USA und habe noch nie so viel für meinen Unterricht mitgenommen wie dort. Außerdem sind dort Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte. Ist natürlich kein Schnäppchen, aber ich habe meine Investition nie bereut. Definitiv eine Empfehlung für TPRS und CI Anfänger und Fortgeschrittene. Noch bis Ende August wurde der Frühbucherpreis verlängert, also schnell entscheiden. Infos hier.

 

3. Die Lehrerlieblingslektüre

Wieder so ein Thema wo ich meinen inneren Schweinehund erst zähmen muss. Mein erstes kleines Buch und dann gleich im Doppelpack... Eine Lektüre für die fünfte und eine für die sechste Klasse, mit Lehrermaterial. Und alles digital, damit man es verändern kann. Alle die beim Kickstarter mitgemacht haben, haben ihre Kopien erhalten und der eine oder andere hat schon ganz begeistert berichtet. Jetzt ärgere ich mich nur noch mit rechtlichen Regularien herum bevor ich sie auf meiner Website anbieten kann. Hier sind die fantastischen Cover, die mit eurer Hilfe entstanden sind:

Was war während der Sendepause?

Meine 5. und 8. Klasse haben sich gut gemacht, auch wenn die kleinen ganz schön lebhaft sind. Ich habe einiges Neues ausprobiert, von dem ich auch hier oder bei Youtube berichten werde.

Judy Dubois aus Frankreich (die TPRS witch, die ihre eigenen super-entspannte Konferenzen organisiert) und ein Kollege aus Südafrika haben sich bei mir eingeladen und mich im Unterricht besucht. War ich nervös? JAAAA! Wie's war? FANTASTISCH! Von ihnen habe ich einiges gelernt (siehe auch das zweite Video) und das eine oder andere Projekt mit ihnen angeschoben.

Die Sommerferien verbrachte ich größtenteils in London, auch um den Umzug meines Freundes nach Deutschland zu organisieren (jippi-ja-ja-jippy-jippy-jey)!

Und nicht zuletzt war ich in den Sommerferien endlich wieder in Indien.

Bist du schon gestartet? Auf jeden Fall hoffe ich, dass du nette, nicht zu volle Klassen und einen angenehmen Stundenplan hast.

 

Ich starte immer gern mit dem Line-Game. Dabei stellen sich die Schüler auf einer imaginären Linie von wenig bis sehr viel/weit auf. Ich stelle Fragen von unpersönlich:

Wie weit wohnst du von der Schule entfernt?

Wie weit möchtest du nach der Schule weggehen?

Bis zu Persönlicherem:

Wie sehr magst du den EnglischUNTERRICHT?

Wie sehr magst du die Sprache Englisch?

Wie viel beschäftigst du dich außerhalb des Unterrichtes mit Englisch?

 

Zum Schluss die Frage an dich: Was machst du gern für Kennenlernspiele auf Englisch?

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Die erste TPRS-Lektüre für den Englischunterricht

Mit Lektüre zu arbeiten war mir immer zu nervig. Die Bücher entweder zu schwer oder zu uninteressant. Das Besorgen nervig oder meinen nicht so reich beschenkten Schülern nicht zuzumuten. Was also tun? Selbst ist die Frau, und so wurde die erste TPRS-Lektüre für den Englischunterricht geboren. Eine digitale Lektüre, die Englischlehrer lebenslang kopieren und verändern dürfen. Der Kickstarter läuft nur noch bis zum 16.11.15! Also bei Interesse schnell deine Version sichern.


Mittlerweile habe ich zwei Reader fertig geschrieben, einen für die 5. und einen für die 6. Klasse. Der erste hat auch schon umfassende Teacher's Notes erhalten (mit Quizfragen, Worksheets, usw.) .


Das Prinzip ist identisch mit den amerikanischen TPRS-Readern á la "Poor Ana", etc. Allerdings sind die neuen Reader voll auf unsere Schüler in Deutschland abgestimmt.

Die Geschichten handeln von realistischen Schülern mit Smartphones, die in die USA oder nach London reisen und dort mit der Kultur interagieren. Das läuft nicht immer ganz einfach....


Da ich die Lektüre als Fortsetzungsroman ausgeteilt habe, konnten die schnellen Schüler nicht vor-lesen und die langsamen waren nicht entmutigt durch den langen Text. WIN!


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Das nervt uns an Lektürearbeit!

Ein fettes Dankeschön an die über 50 von euch, die an der Umfrage zum Lektüreeinsatz teilgenommen haben! Die Ergebnisse haben mich wirklich überrascht.

 

Also, "wir haben über 50 Fremdsprachenlehrer gefragt: Nennen Sie etwas das an Lektürearbeit nervt" (wenn du dich noch an eine gewisse alte Gameshow erinnerst...)

Nein, aber im Ernst, mir war es früher auch immer zu anstrengend Lektüre einzusetzen. Ich wollte wissen, ob das anderen genauso geht, und habe daher eine Umfrage gestartet.


Warum nicht mehr Fremdsprachenlehrer mit Lektüre arbeiten - die Ergebnisse:


Wer hätte gedacht, dass die vielen Gründe dafür, warum wir Fremdsprachenlehrer nicht gerne lesen, so gleichmäßig oft genannt werden?


Über die Hälfte von uns ist außerdem gleich von mehreren Problemen genervt. Hier eine Zusammenfassung. Als ich eure Antworten gelesen habe, dachte ich in einer Tour: Du sprichst mir vollkommen aus der Seele! Was meinst du?

Zeitaufwand

Bei dieser Antwort konnte ich gut mitfühlen:


"Ich werde seit dem G 8 hier in Bayern mit dem Buch kaum fertig. Ich will mein 9-jähriges Gymnasium wieder haben!!!"


Aber auch an anderen Schulen haben Lehrer Probleme, Zeit für Lektüren zu finden:


"Zu wenig Zeit insgesamt, schon der obligatorische Stoff ist (in der Realschule) häufig nur mit Abstrichen zu schaffen."


"Ich finde das Lesen einer Lektüre im Englischunterricht sehr wichtig, jedoch sind die Lehrwerke gerade in Klasse 5 und 6 noch sehr umfangreich, sodass eine Lektüre manchmal zu viel Zeit einnimmt, die später fehlt. Toll wäre, wenn man anhand der Lektüre eine Grammatik einführen könnte (z.B. Simple Past)."


"Es fehlt oft einfach die Zeit, die Arbeit mit der Lektüre auch so ausführlich durchzuführen, wie es eigentlich sinnvoll wäre. Ich bräuchte halt einfach mehr Englischstunden! ;-)"

Attraktivität für die Schüler und Motivation

Diese Antwort trifft es auf den Punkt:


"Wie bringe ich Kinder zum Lesen, die nicht mal in der Muttersprache gern lesen?"


Viele Schüler drücken sich teilweise oder komplett um das Lesen und versuchen es vorzutäuschen, was den Unterricht dann sehr zäh werden lässt. Und langweilige Lektüren machen das nicht einfacher...


Bereitstellung und Vorhandensein

Selbst wenn man nur den geringen Anspruch hat, dass jeder Schüler ein Buch vor sich hat, wird es schon schwierig. Es scheint, man hat nur die Wahl zwischen Pest und Cholera:


"1) die Lektüre wird von den SuS bestellt --> einige SuS haben auch nach einigen Wochen noch keine Lektüre
2) Lektüre wird von LuL bestellt --> man läuft dem Geld hinterher"


"Die Beschaffung ist gelegentlich schwierig. Die Lernbuchbibliothek enthält oft nur uralte Ausgaben, speckig und in nicht ausreichender Zahl. Die Lektüre sollte Eigentum der Schüler sein, damit auch noch mal nachgelesen werden kann und damit die oftmals damit verbundenen Lernaufgaben im Buch bearbeitet werden können. Es ist aber oft schwierig, Eltern zu überzeugen, Geld für eine Lektüre auszugeben."


"...meine Schüler kann ich das nicht bezahlen lassen..."


"SchülerInnen vergessen Lektüre zu Hause"


Zusatzmaterial fehlt

Wer 60 Stunden an einer Leistungskursklausur korrigiert, hat wenig Lust, nebenbei seine eigenen Arbeitsblätter zu erstellen. Logisch.


"Es nervt wenn ich mir alle Aufgaben dazu selbst ausdenken muss (stört mich aus Zeitgründen), weil die mitgelieferten Aufgaben zu eindimensional sind und wenn ich kein Hintergrundmaterial finden kann."


Außerdem stört:


"Das Zusatzmaterial ist oft wenig attraktiv"


Schwierigkeitsgrad/Differenzierung

Unsere Schüler sind so unterschiedlich, wie kann man da die richtige Lektüre für alle finden?


"Viele leichte Lektüren werden von Schülern als langweilig empfunden und sie lesen sie nur sehr unwillig. Man muss sie quasi durch das Buch prügeln. Andere sind vom Thema zwar interessant, aber überfordern einen Teil der SuS. "


"Ich suche eine sehr einfache Lektüre, die vom Inhalt aber für ältere Schule (7.-9.) Klasse geeignet ist, Niveau erstes Lernjahr... Bisher habe ich nichts gefunden..."


"Die meisten Lektüren sind zu schwer für meine Schüler."


"Das Material oder die Aufgaben sind außerdem selten differenziert, so dass einige S (trotz Vorentlastung) schnell die Lust verlieren und wir durch ständige Verständnissicherung stockend vorankommen."

Es ist nicht alles schlecht...

Diese Antworten haben mir Mut gemacht:


"Am meisten stört es, das Gejammer der Schüler zu hören, dass sie schon wieder so ein "olles Buch" lesen müssen, das auch noch so dick, öde und viel zu anstrengend ist. Wenn man aber einmal angefangen hat, geht es meistens ganz gut von der Hand."


"Ich habe eigentlich nichts auszusetzen"

Ich wäre nicht Hobby-Innovatorin wenn ich mir nicht eine Lösung für einige dieser Probleme überlegt hätte... stay tuned, wie man so schön sagt.

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Wirklich sinnvolles Schülerfeedback

Eeeendspurt!!! Zeit Filme zu gucken (auf Englisch/Französisch/Spanisch... natürlich), Bücher einzusammeln und Noten zu besprechen. Nicht immer, aber immer wieder gern, nutze ich diese Zeit auch um Feedback einzuholen. Früher fiel das in etwa so aus:

Dieses Jahr habe ich eine bessere Taktik. Mit sehr einfachen Mitteln kannst du so Feedback bekommen, das auch wirklich das Potential hat, deinen Sprachunterricht nachhaltig zu verbessern.

Und so geht's:

Ich lasse die Schüler ein Blatt zweimal falten, so dass vier Felder entstehen. Dann sollen sie anonym (soweit das bei ihren teilweise charakterstarken Sauklauen möglich ist) diese Fragen beantworten:


Gute Fragen - Gute Antworten

  1. Was ist dein Lieblingsstar/Lieblingscharakter aus einer Buchserie/Fernsehserie?
  2. Was sollten wir mehr im Unterricht machen?
  3. Was sollten wir weniger im Unterricht machen?
  4. Was hindert dich im Englischunterricht daran, die Sprache besser zu lernen?

Du kannst natürlich auch 6 Felder machen und andere Fragen ergänzen:

 

5. Was hast du außerhalb der Schule auf Englisch angeschaut/gehört?

6. Im Vergleich mit anderen Fächern, wie viel arbeitest du für Englisch?

7. Auf einer Skala von 1-10 wie sehr traust du dich, etwas auf Englisch zu sagen?

8. Was könnten wir tun um den Wert von Frage 7. zu verbessern?

 

etc.

 

Die Fragen sind alle sehr auf Fremdsprachen zugeschnitten, können natürlich aber auch um generelle Faktoren/andere fachspezifische Aspekte ergänzt werden.

 

Ich gebe zu, dass ich Feedback erstmal eine Weile liegen lasse, weil ich nervös bin, was die Schüler wohl schreiben. Daher hilft es, die Fragen selbst auf einen Doppelbogen zu schreiben, in den die Feedbackbögen dann eingelegt werden, damit man auch Wochen später noch weiß, was die Antworten bedeuten (Ferienamnesie, und so).

 

Wichtig ist vor allem auch die Ergebnisse sinnvoll auszuwerten.

 

Hier ein Paar Tipps, wie ich versuchen werde das Beste aus dem Feedback herauszuholen:

 

  • Hat das nur ein Schüler gesagt, oder geht es hier um ein generelles Interesse/Problem?
  • Welche anderen Faktoren haben das Feedback beeinflusst (Zeitmangel, keine Chemie mit der Klasse, Krankheit, ...)?
  • zu Frage 1: Dies ist für uns Lehrer eine Ideenkiste bei Motivationshängern der Schüler. Besonders natürlich, wenn Charaktere mehrfach genannt werden. Das kann man natürlich auch am Anfang des Schuljahres fragen, aber wann hat man als Lehrer dann noch Zeit, nachzugucken, von wem da die Rede ist, und wie man ihn in den Unterricht einbinden kann.
  • zu Frage 2: Fanden die Schüler vor allem Dinge gut, die mit der Fremdsprache nichts oder nur wenig zu tun hatten? Das zeugt von einer eindeutig falschen Taktik.
  • zu Frage 3: Affektive Faktoren sind enorm wichtig in der Fremdsprache. Hier sollten wir also genau hinschauen: Was war der Sinn dieser Tätigkeit? Wenn man sie nicht ganz abschaffen will (das meiste könnte man...), wie wird man sie dann motivationstechnisch aufwerten? Siehe dazu auch die Antworten auf Frage 1.
  • zu Frage 4: Hier am besten mit den Schülern ein kreatives Brainstorming machen, wie diese Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können.

 

Abgesehen von der Verbesserung meines Unterrichts, habe ich schon einige große Pläne im nächsten Schuljahr. Es würde mich außerdem interessieren, ob/wie du Feedback einholst. Hast du vielleicht eine noch bessere Technik? Vielleicht schreibst du hier einen Kommentar deine Sprachlehrerkollegen und mich? Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten Endspurt mit viel Spaß und so wenig Notendiskussionen wie möglich...

 

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Frühjahrsputz beim Unterrichtsmaterial Teil I

Tja, wenn man eine Weile nicht gepostet hat, fällt es schwer, etwas zu finden, was den eigenen Ansprüchen genügt. (Der Grund waren ein paar persönliche und projektbezogene Rückschläge, sowie die Arbeit an aufregenden Ideen für die Zukunft, wie der ersten TPRS-Lektüre für Englischunterricht in Deutschland.)

Ich hoffe Teil eins dieser Artikelserie mit Tipps wie man als Lehrer sein Papierchaos besser in den Griff bekommt, gefällt.

Regal frei und froh dabei...

Ich bin kein extrem pedantischer Mensch, aber mein überquillendes Regal mit Literatur für den Job ist mir tierisch auf die Nerven gegangen. Ich gehöre auch nicht zu denen, die Bücher behalten um sich daran zu erinnern, sie einmal gelesen zu haben. Aber Bücher loswerden, die man ja gaaaanz vielleicht gebrauchen könnte, wenn man irgendwann mal wieder eine Klasse, die das Thema, und so weiter und so fort... das fiel mir immer schwer.

Das Foto zeigt den Status Quo, nachdem ich schon einmal ausgemistet hatte:

vorher...

Und dazu kamen noch ca. 80cm Bücher, die man im ersten Foto nicht sieht, weil kein Platz mehr im Regal war. Die mussten neben meinem Schreibtisch in einem anderen Regal augelagert werden, in dem ich auch meine Ordner habe (dazu mehr später).

Und wie bin ich dann von hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

...ohne Schmerzen nach dort gekommen:

 

 

nachher...

Auf diesem Foto sieht man ALLE meine Bücher für die Schule. Es sind also auch die 80cm, die ich ausgelagert hatte, verschwunden.

 

Wie man vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht, habe ich die Ordner aus dem kleinen Regal zu ihren Freunden neben dem Schreibtisch packen können und trotzdem noch Platz gefunden für mein Hanging-File-System, das Papier und den Drucker.

 

Ich kann jetzt sogar wie in den schicken Enteriööör-Fotos mein Regal dekorieren. Es ist zwar noch ein kleiner Rest Chaos geblieben, aber der ist doch ganz zahm...

 

Wie's ging (tut auch wirklich nicht weh!)


Ich habe mich an die Konmarie-Methode gehalten. Die klingt erstmal wenig innovativ, hat bei mir aber besser funktioniert als ALLES andere was ich in meinem Leben bisher ausprobiert habe.


Die Methode geht so:

 

AAAAlles von einer Kategorie (hier Bücher für Schule) rausräumen. Wirklich alles. Einfach auf dem Boden ausbreiten.

  1. Alles einzeln in die Hand nehmen
  2. und sich dabei fragen: "Löst das Freude aus?"
  3. Alles, bei dem die Antwort "nein" ausfällt, auf einen Haufen zum Entsorgen/Recyclen.
  4. Am Ende sich ganz zen-mäßig bei den zu entsorgenden Gegenständen bedanken, dass sie einem so lange und gut gedient haben. Dieser Schritt hat mir überraschenderweise wirklich enorm geholfen.

Ich bin ca. 60% der Bücher dadurch losgeworden. Und es fühlte sich gut an. Auch jetzt, einen Monat später, vermisse ich keins meiner aussortierten Schätzchen.

 

Hier mein Foto "in process", mit Platz in der Mitte zum Sitzen...

 

Da kamen die guten Sachen hinterher gleich viel besser zur Geltung.


Ich  muss allerdings zugeben, dass ich auch noch einen "Vielleicht-Stapel" habe, der nur sehr langsam durchgeschaut und abgebaut wird... Darin sind Bücher, in denen noch einzelne gute Ideen hausen, die ich zu Evernote übernehmen will und dann das Buch loswerden.


Alles in Allem bin ich aber sehr glücklich mit meinem neuen schicken Regal. Da macht die Unterrichtsvorbereitung gleich mehr Spaß.

Wie sieht's bei dir aus? Quillen deine Regale über? Und wenn ja, stört's dich? Falls du es auch mal probieren willst, rate ich definitiv vorher-nachher Fotos zu machen. Das ist so befriedigend. Vielleicht schickst du mir dein Foto per Email? Dann feiere ich mit dir.

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Selbstgemachte Sprach-Ohrwürmer (mit Popsong Download für den Englischunterricht)

Heute gibt's doppelt was auf die Ohren:

 

1. Eine Liste topaktueller und trotzdem erträglicher Popsongs, die du im Unterricht einsetzen kannst wenn du deine Schüler mit Musik überraschen willst, die sie tatsächlich auch in ihrer Freizeit hören.

 

3. Als Download zwei aktuelle Popsongs als fertige Arbeitsblätter zum Bearbeiten im Unterricht.

 

 

Original: http://www.flickr.com/photos/jikatu/16077626329
Original: http://www.flickr.com/photos/jikatu/16077626329

1. Was hört IHR denn da?

Wie ich im letzten Artikel erzählt habe, geht es bei uns momentan in der 7. um Musik, genauergesagt Popmusik. Etwas, das ich nur selten mal im Autoradio höre - oder gleich wegschalte. Ich habe auch keinen Fernseher, also habe ich keine Ahnung, wer Ariana Grande ist und warum sie so angesagt ist (Weil sie so dünn ist und aussieht wie eins von den Disney-High-School-Musical Mädels???).

 

Also habe ich einfach mal gefragt: "Was hört ihr denn so, und vor allem, was sollen wir mal im Unterricht übersetzen/zusammen hören?"

 

Wie genau ich das gemacht habe, habe ich im letzten Artikel ebenfalls erklärt. Ist aber no rocket science, wie man so schön sagt.

 

Hier meine Auswahl der von den Schülern gewählten Songs, die sich für den Unterricht eignen. Einfach mal in Youtube copy-pasten, wenn du wissen willst, was unsere Schüler so hören. Von dieser Liste werden wir hoffentlich alle bearbeiten. Die ersten drei haben wir schon durch:

 

  • Ariana Grande - Break Free
  • Avicii - the Days
  • Jessie J - Price Tag
  • Linkin Park - Castle of Glass
  • One Republic - Love runs out
  • Sam Smith - I am not the only one
  • John Legend - All of me

 

Darüber hinaus habe ich aus Grammatikgründen

 

  • Pink - Have you ever
  • Jamie Cullum - Next Year Baby

 

Bearbeitet, fanden die Schüler auch nicht übel...

3. Zwei Popsongs als Arbeitsblatt-Download

Quelle: https://www.flickr.com/photos/hotgossipitalia/16405351475/in/
Quelle: https://www.flickr.com/photos/hotgossipitalia/16405351475/in/

Die zwei aktuellen Songs: Ariana Grande - Break Free und Avicii - the Days habe ich für dich hier als Arbeitsblatt-Download eingestellt.

Klar, die Songs musst du dir noch irgendwie besorgen (man kann sie ja auch einzeln kaufen, wenn man keine anderen Wege gehen möchte...). Aber sobald du die Songs auf eine CD gebrannt hast, kann es losgehen.

 

Ich habe diese Stunden in meiner 7. Gymnasialklasse durchgeführt.

 

Hier ist der Download als doc-Datei (oder mit Klick auf das Bild).

 

Im Unterricht sah das dann so aus:

Ich bearbeite sie schlicht und einfach so:

 

1. Einmal hören, Schüler dabei Lücken nach Möglichkeit ausfüllen lassen

 

2. Gemeinsam übersetzen, das Unterstrichene wird dabei auch neben dem Song notiert.

 

Dabei diskutieren wir die Inhalte kurz. Mit der Betonung auf kurz.

 

3. nochmal hören und mitlesen.

 

Das kann man auch auf zwei Stunden aufteilen, wenn die Schüler eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben.

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Konkrete Schülerorientierung gegen "Das interessiert doch keine Sau!"

Sprachen Lernen muss Spaß machen
Originalbild unter: http://www.flickr.com/photos/donnieray/11695580434/sizes/c/in/photostream/

Schonmal drüber nachgedacht, wie es wäre, wenn du deinen Partner als Schüler hättest? So war es bei mir. Weder er noch ich hatten Lust auf Frust. Kein Vokabelpauken, keine Grammatik. Und trotzdem sollte er irgendwie Deutsch lernen.

Und dann habe ich mich gefragt, ob meine Lösungsansätze nicht auch meinen Schülern zu Gute kommen könnten. Hier sind meine Überlegungen zu mehr Schülerorientierung und zwei ganz konkrete Methoden für den Unterricht.

 

Mehr zuhören - das wollen die Schüler genauso wie dein Partner

Dass man besser lernt, wenn man sich für das interessiert, um was es geht, ist sonnenklar. Auch Studien belegen das (z.B. im aktuellen Journal of Foreign Language Teaching (1/15), frag mich gern, wenn's dich interessiert).

 

Ebenso klar ist, dass wir Lehrer oft frustriert sind, weil es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, die Schüler in ihrer "alles-ist-uncool-Phase" für irgendetwas außer Schminkspiegeln, Apps oder Sammelkarten zu interessieren. Daher...

 

Erst mal können vor Lachen . . .

Original: https://www.flickr.com/photos/mabi/38871148/
Original: https://www.flickr.com/photos/mabi/38871148/

"Der spult jedes Jahr den gleichen Stoff ab."

 

"Wie peinlich, sie geht da voll drauf ab, dabei wär ich fast gestorben vor Langeweile."

 

Solche Sprüche hofft wohl niemand hinter seinem Rücken hervorzurufen. Aber wie soll man bei den Zwängen des Lehrplans und den mitteilungsschwachen und unmotivierten Schülern denn auch einen Treffer landen?

 

Meine Idee: mehr Schülerorientierung durch sinnvolle Selbstbestimmung. Und zwar so:

 

Methode 1: "Macht doch was ihr wollt!"

 

Bildbeschreibung... "das interessiert doch keine Sau!" ...dachte ich mir in meiner 10. Klasse.

 

Die sind sowieso mit Themen gebeutelt, zu denen ich irgendwie keinen Draht bekomme. Merkt man das? Bestimmt. Na gut, wat mut dat mut, denke ich als gute Bremerin und überlege, zwei ihrer tollen Plakate, die sie zum Thema "Raise awareness for a global issue" gemacht haben, beschreiben zu lassen. Ich fange schon bei der Vorstellung daran an zu gähnen...

 

Schluss damit. Risiko eingehen. Umdenken. Bildbeschreibung ja, aber zu ihren Bedingungen.

 

Ich kündige theatralisch eine superschwere optionale Hausaufgabe an:

 

"Findet ein Bild, das ihr gern beschreiben wollt. Ein Poster eures Lieblingsfilms, ein Bild eures Stars,... Hauptsache es ist ein bisschen was drauf, das man beschreiben kann. Und wer die Hausaufgabe vergisst, muss das Poster beschreiben" (MIST, hab ich grad "muss" gesagt?)

 

Schüler X: "Frau Dincheeeer, so richtig mitbringen, oder dürfen wir auch... ?"

 

"NEIN, ihr dürft nicht einfach ein Foto auf eurem Smartphone mitbringen!"

 

Schüler X: "Aber das Poster in meinem Zimmer ist sooo groooß!"

 

"Trotzdem. Dann finde es halt im Internet und druck es auf A4 aus."

 

Da wird mir klar, Schüler X macht eigentlich nie Hausaufgaben. Und interessiert sich auch sonst für nix außer seinen Sitznachbarn. In meinem Kopf regnet es goldenes Konfetti...

 

Die Stunde lief dann total entspannt. Irgendwie waren alle Schüler bei der Sache. Und ich konnte rumgehen und fragen, wer warum welches Bild gewählt hat. Sie fragten, wie man bei einem Poster ihrer Mitschüler über den Autor und das Erscheinungsdatum sprechen könnte. Lief!

 

Methode 2: Authentische Texte nach Wunsch...

 

Das gleiche Prinzip in der Mittelstufe. Genau genommen in der 7.Klasse, die sind fit genug für Popsongs. Einfach mal eine Liste der Songs aufstellen lassen, die sie gerne im Unterricht behandeln würden.

 

Dazu eine Liste auf DIN-A-3 Papier anfangen:

  • Song title,
  • Artist,
  • Student name (damit bei den extra versauten Texten auch klar ist, wer sich da einen Spaß erlaubt hat - oder kein Englisch versteht)

Danach durfte ich beruhigt feststellen, dass auch die Jungs nicht nur "Gangsta-Rap" hören. Und mir wurde sofort klar, dass ich, obwohl ich zu den jüngsten im Kollegium gehöre, doch mehr als doppelt so alt bin wie meine Schüler... Neulich hat mir meine Kollegin verklickert, dass in der Oberstufe das globalste Ereignis an das sie sich erinnern vermutlich Fukushima ist. Die waren bei 9/11 noch nicht mal in der Schule!! Herrjeh, sind wir alt.

 

Aber zurück zu den Songs.

 

Auch mein Klassenlehrerkollege, der die Liste auf dem Pult fand, war jedenfalls überrascht, wie wenig Namen ihm als Musikliebhaber überhaupt bekannt vorkamen.

 

Letztendlich war es besser so, denn die Schüler fühlten sich von meinem Interesse gebauchpinselt und ich konnte noch etwas lernen.

 

Mein Nachhilfekurs in  Teenie-Mucke war übrigens überraschend wenig schmerzhaft.

 

Klar sortiere ich aus, was zu sexuell aufgeladen ist, frauen- oder minderheitenverachtend. Oder schlicht und ergreifend kein für Anfänger geeignetes Englisch.

 

Und manchmal gab es sogar was zu lachen.

 

So zum Beispiel, wenn der Schüler mit Leserechtschreibschwäche den Song mit folgenden Lyrics vorschlägt (komplett abgedruckt):

 


"Animals"

We're the fuckin' animals
We're the fuckin' animals

 

 

In diesem alten Blogartikel findest du noch mehr Ideen dazu, wie du Schüler motivieren kannst.


Soll ich die Liste der Songs aus der engeren Auswahl mal hier teilen? Schreibe mir eine Email oder einfach unten einen Kommentar, dann weiß ich, ob sich die Arbeit lohnt.

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