Frisch ins neue Jahr! Hallo 2017! (Mit Question Words Download)

So, ich wieder hochmotiviert, im neuen Jahr Artikel zu schreiben, Videos zu drehen und Material für dich hochzuladen. Unten findest du schon mal einen Download für deinen Klassenraum.

Nicht alles war ein Reinfall 2016, jedenfalls beruflich. Meine guten Vorsätze vom letzten Jahr haben sich teilweise ganz gut gehalten. Ok, der selbstgebastelte Adventskalender hat sich wieder nicht von selbst gebastelt. Aber ich bin zum Beispiel schon viel besser darin geworden, die Anwesenheit der Schüler im Unterricht verlässlicher zu notieren.

 

Teacherstudio, die app, die ich zur Verwaltung dieser Daten und meiner Noten einsetze, hat sich auch verbessert und ist komfortabler geworden (nein, ich bekomme keine Provision, benutze sie nur selbst sehr gern). Trotzdem muss man natürlich das Handy am Stundenanfang herausholen, auch wenn einen drei Schüler mit Anliegen belagern. Das ging dies Jahr besser.

 

Im Chemieunterricht (ausgerechnet...) haben mir die Schüler gezeigt, wie wichtig Geschichten sind, was mich verblüfft und inspiriert hat, mehr nach solchen chemischen Erzählungen zu suchen. Gleichzeitig bestärkt es mich, noch mehr mit Geschichten im Englischunterricht zu arbeiten.

 

Der Klassenraum meiner 9.Klasse ist allerdings immer noch nicht aufgehübscht. Da habe ich einen echten blinden Fleck, keine Ahnung wie andere Kollegen das machen, die Blumen, hübsche Bilder und sogar Aquarien in ihren Räumen haben. Die Fenster meines Klassenraums sind momentan von außen mit rohem Ei "dekoriert".

Das wird mein Vorsatz für's neue Jahr. Also die Deko, nicht die Aquarien oder die rohen Eier.

Ich will für die Schüler und mich eine schönere Lernumgebung schaffen, wie auch schon in diesem Video von mir angekündigt.

 

Dazu jetzt der erste Schritt. Die Fragewörter müssen UNBEDINGT in all meinen Englischräumen an die Wand. Was bringt es, wenn ich Fragen stelle und die Schüler keine Ahnung haben, was gefragt ist? Daher habe ich mich hingesetzt und ein paar hoffentlich aussagekräftige Illustrationen mit den Question Words kombiniert. Auf zwei Seiten findest du die wichtigsten englischen Fragewörter mit hübschen Bildchen (siehe Foto unten)

Ich denke, ich werde noch mit buntem Stift die deutsche Version der Question Words dazu schreiben. Wenn du nicht Englisch unterrichtest, kannst du die Fragewörter ganz fix übersetzen, da du hier oder mit Klick auf das Bild die .doc Datei herunterladen kannst.

Einfach downloaden, nach Wunsch verändern, auf A3 kopieren, aufhängen, fertig.

Was ist sonst geplant? Videos, Materialien, natürlich. Und sonst? Ich will mehr über Deutsch als Fremdsprache lernen und damit Sprachen ohne gemeinsame Verkehrssprache zu unterrichten. Dazu kommt Sprachen unterrichten ohne Studium, da sehr viele von euch mir dazu Emails schreiben. Also, let's see where it takes us.

 

Ich wünsche dir ein ganz erfolgreiches 2017 mit deinen Klassen.

 

Liebe Grüße,

 

Charlotte

 

P.S.: Vergiss nicht, dass du auch als nicht Englisch-Lehrer die Question Words einfach übersetzen und benutzen kannst. Hier geht's zum Download.

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Linktipps

Ich hoffe du hast gerade nichts Besseres vor als Zeit im Netz zu verdaddeln... Hier kommen meine besten Linktipps für Fremdsprachenlehrer und auch zwei neue Videos von meinem Youtube-Channel (der gerade umgezogen ist).

 

Schau hier, wenn du Lust auf einen kleinen Tipp hast, wie du die Raumdeko für dich arbeiten lassen kannst:

 

 

Es war sehr angenehm, den Artikel "The Hard Part" zu lesen, einfach weil es schön ist, verstanden zu werden...

Auszug: "Show me a teacher who thinks she’s got everything all under control and doesn’t need to fix a thing for next year, and I will show you a lousy teacher."

 

Bei den Match-Minies kann man mal über den Tellerrand gucken. Gut verdauliche, wenn auch englische Videos zu best-practices von einer amerikanischen Privat-"Uni", die Lehrer ausbildet.

Kontrovers: Das Video "The Case for Cold-Calling".

Ich habe in Chemie ausprobiert, Namen zu ziehen um zu entscheiden, wer die Ergebnisse der Gruppenarbeit präsentieren muss und kann sagen, dass ich sehr gute Ergebnisse dabei hatte. In Englisch rufe ich dennoch fast nie ohne Meldung auf, da ich die Schüler nicht bloßstellen will. In der Fremdsprache zu sprechen ist einfach deutlich anspruchsvoller und emotionaler für die Schüler, finde ich.

 

Älter, aber nicht schlechter. Manfred Spitzer räumt bei der ZEIT mit Lernmythen auf.

 

Speziell für Englischlehrer

Ah, was für eine nette kleine Aktivität für 10 Minuten. Einmal zeigen, wie wichtig Wortstellung ist. 

 

Ich bin gerade mitten in Cory Doctorows "Little Brother" als Privatlektüre und es ist sooo spannend. Man kann das Buch aber auch super mit dem Leistungskurs lesen. Passt gut beim Thema "Individual and Society".

Es geht um tech-savvie Marcus, der die zunehmende Überwachung seiner Schule und des Staates geschickt umgeht, dann aber bei einem Terroranschlag zum Verdächtigen wird. Als seine Menschenrechte den Bach hinunter gehen, startet er einen geheimen Feldzug gegen Big Brother.

Es gibt den Text sogar umsonst im Netz, vom Autor selbst zur Verfügung gestellt und in seinem Blog auch noch reichlich Zusatzmaterial von Lehrern selbst erstellt. Hier zum Beispiel ein Jeopardy. Und ja, von den großen deutschen Verlagen gibt es auch schon einiges an Kopiervorlagen.

 

Auch anregend, vor allem für den Leistungskurs: Eine schöne Übersicht über den cognitive bias, also die Tendenz des Gehirns, Informationen sehr subjektiv nach bestimmten Kriterien zu beurteilen.

 

Für TPRS - Interessierte

Michelle ist eine tolle TPRS-Lehrerin, die mir die Klassenbibliothek so fantastisch vermittelt hat, dass ich mir sofort eine selbst anlegen musste. Hier sieht man sie in ihrem ganz normalen Unterricht. Besonders positiv finde ich wie sie Gesten einsetzt und für Verständlichkeit sorgt. Das Französisch kann ich schlecht beurteilen, da ich darin eine komplette Niete bin, aber es geht mir bei dem Video auch nur um ihre Methode.

 

Und nicht zuletzt noch ein Video von mir. Eine kleine Übersicht über die Materialien, die ich selbst benutzt habe um mir TPRS anzueignen. Ich hoffe, es hilft.

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Es geht endlich weiter!

Eine halbe Ewigkeit habe ich mich verbuddelt, auch um die Lehrerlieblingslektüre zu vollenden und zu perfektionieren. Aber jetzt geht es endlich weiter. Das gibt's Neues:

1. Videos

Ich habe mich ja lange nicht getraut. Sogar als die Videos schon gedreht waren, verschob ich den Termin für die Veröffentlichung Monat um Monat. Warum erzähle ich meinen Schülern auch immer: "Denkt daran, NIEMALS youtube Videos unter eurem Namen veröffentlichen!"

Außerdem bin ich trotz Unterrichten und Fortbildungen und was weiß ich allem doch (noch?) sehr introvertiert und muss mich selbst manchmal mühsam aus dem Panzer herauslocken. Wer weiß, ob ich mich jeh getraut hätte, wenn ich es nicht schon so vielen versprochen hätte.

Hier also mein neuer Youtube-Kanal mit den ersten zwei Videos.

2. Veranstaltungen

Im September und Oktober gibt es einige Möglichkeiten, wenn du mich mal persönlich auf einer Fortbildung sehen möchtest und Interesse hast, deinen Fremdsprachenunterricht so richtig auszumisten.

 

Für die Nordlichter geht das am 15.09.2016, 15.00-18.00 im RPZ / Ostfr. Landschaft, Fischteichweg 16, Aurich. Link zur Anmeldung hier.  Dabei geht es darum, Grammatikunterricht in der Sek I zu revolutionieren. Was solltest du nie wieder in deinem Unterricht machen, weil es die Schüler schlechter macht? Wie viel Hindi kannst du in 10 Minuten lernen? Welche Techniken funktionieren dagegen hervorragend und machen allen Beteiligten Spaß?

 

Für die Südländer, ich bin am Donnerstag den 30.September um 13 Uhr beim Bundeskongress des Gesamtverbandes moderne Fremdsprachen in Nürnberg. Anmeldung hier. Dabei geht es darum, Grammatikunterricht in der Sek I zu revolutionieren. In 90 min. kurz und knackig: Was solltest du nie wieder in deinem Unterricht machen, weil es die Schüler schlechter macht? Was funktioniert statt dessen hervorragend und macht Spaß?

 

Und nicht zuletzt, wer Englisch kann und richtig weiterkommen will: ich werde bei der European TPRS conference in Amersfoort, NL einen Fortgeschrittenenworkshop anbieten (7.-9.10.). Ich war bei den äquivalenten Fortbildungen in den USA und habe noch nie so viel für meinen Unterricht mitgenommen wie dort. Außerdem sind dort Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte. Ist natürlich kein Schnäppchen, aber ich habe meine Investition nie bereut. Definitiv eine Empfehlung für TPRS und CI Anfänger und Fortgeschrittene. Noch bis Ende August wurde der Frühbucherpreis verlängert, also schnell entscheiden. Infos hier.

 

3. Die Lehrerlieblingslektüre

Wieder so ein Thema wo ich meinen inneren Schweinehund erst zähmen muss. Mein erstes kleines Buch und dann gleich im Doppelpack... Eine Lektüre für die fünfte und eine für die sechste Klasse, mit Lehrermaterial. Und alles digital, damit man es verändern kann. Alle die beim Kickstarter mitgemacht haben, haben ihre Kopien erhalten und der eine oder andere hat schon ganz begeistert berichtet. Jetzt ärgere ich mich nur noch mit rechtlichen Regularien herum bevor ich sie auf meiner Website anbieten kann. Hier sind die fantastischen Cover, die mit eurer Hilfe entstanden sind:

Was war während der Sendepause?

Meine 5. und 8. Klasse haben sich gut gemacht, auch wenn die kleinen ganz schön lebhaft sind. Ich habe einiges Neues ausprobiert, von dem ich auch hier oder bei Youtube berichten werde.

Judy Dubois aus Frankreich (die TPRS witch, die ihre eigenen super-entspannte Konferenzen organisiert) und ein Kollege aus Südafrika haben sich bei mir eingeladen und mich im Unterricht besucht. War ich nervös? JAAAA! Wie's war? FANTASTISCH! Von ihnen habe ich einiges gelernt (siehe auch das zweite Video) und das eine oder andere Projekt mit ihnen angeschoben.

Die Sommerferien verbrachte ich größtenteils in London, auch um den Umzug meines Freundes nach Deutschland zu organisieren (jippi-ja-ja-jippy-jippy-jey)!

Und nicht zuletzt war ich in den Sommerferien endlich wieder in Indien.

Bist du schon gestartet? Auf jeden Fall hoffe ich, dass du nette, nicht zu volle Klassen und einen angenehmen Stundenplan hast.

 

Ich starte immer gern mit dem Line-Game. Dabei stellen sich die Schüler auf einer imaginären Linie von wenig bis sehr viel/weit auf. Ich stelle Fragen von unpersönlich:

Wie weit wohnst du von der Schule entfernt?

Wie weit möchtest du nach der Schule weggehen?

Bis zu Persönlicherem:

Wie sehr magst du den EnglischUNTERRICHT?

Wie sehr magst du die Sprache Englisch?

Wie viel beschäftigst du dich außerhalb des Unterrichtes mit Englisch?

 

Zum Schluss die Frage an dich: Was machst du gern für Kennenlernspiele auf Englisch?

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Die erste TPRS-Lektüre für den Englischunterricht

Mit Lektüre zu arbeiten war mir immer zu nervig. Die Bücher entweder zu schwer oder zu uninteressant. Das Besorgen nervig oder meinen nicht so reich beschenkten Schülern nicht zuzumuten. Was also tun? Selbst ist die Frau, und so wurde die erste TPRS-Lektüre für den Englischunterricht geboren. Eine digitale Lektüre, die Englischlehrer lebenslang kopieren und verändern dürfen. Der Kickstarter läuft nur noch bis zum 16.11.15! Also bei Interesse schnell deine Version sichern.


Mittlerweile habe ich zwei Reader fertig geschrieben, einen für die 5. und einen für die 6. Klasse. Der erste hat auch schon umfassende Teacher's Notes erhalten (mit Quizfragen, Worksheets, usw.) .


Das Prinzip ist identisch mit den amerikanischen TPRS-Readern á la "Poor Ana", etc. Allerdings sind die neuen Reader voll auf unsere Schüler in Deutschland abgestimmt.

Die Geschichten handeln von realistischen Schülern mit Smartphones, die in die USA oder nach London reisen und dort mit der Kultur interagieren. Das läuft nicht immer ganz einfach....


Da ich die Lektüre als Fortsetzungsroman ausgeteilt habe, konnten die schnellen Schüler nicht vor-lesen und die langsamen waren nicht entmutigt durch den langen Text. WIN!


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Das nervt uns an Lektürearbeit!

Ein fettes Dankeschön an die über 50 von euch, die an der Umfrage zum Lektüreeinsatz teilgenommen haben! Die Ergebnisse haben mich wirklich überrascht.

 

Also, "wir haben über 50 Fremdsprachenlehrer gefragt: Nennen Sie etwas das an Lektürearbeit nervt" (wenn du dich noch an eine gewisse alte Gameshow erinnerst...)

Nein, aber im Ernst, mir war es früher auch immer zu anstrengend Lektüre einzusetzen. Ich wollte wissen, ob das anderen genauso geht, und habe daher eine Umfrage gestartet.


Warum nicht mehr Fremdsprachenlehrer mit Lektüre arbeiten - die Ergebnisse:


Wer hätte gedacht, dass die vielen Gründe dafür, warum wir Fremdsprachenlehrer nicht gerne lesen, so gleichmäßig oft genannt werden?


Über die Hälfte von uns ist außerdem gleich von mehreren Problemen genervt. Hier eine Zusammenfassung. Als ich eure Antworten gelesen habe, dachte ich in einer Tour: Du sprichst mir vollkommen aus der Seele! Was meinst du?

Zeitaufwand

Bei dieser Antwort konnte ich gut mitfühlen:


"Ich werde seit dem G 8 hier in Bayern mit dem Buch kaum fertig. Ich will mein 9-jähriges Gymnasium wieder haben!!!"


Aber auch an anderen Schulen haben Lehrer Probleme, Zeit für Lektüren zu finden:


"Zu wenig Zeit insgesamt, schon der obligatorische Stoff ist (in der Realschule) häufig nur mit Abstrichen zu schaffen."


"Ich finde das Lesen einer Lektüre im Englischunterricht sehr wichtig, jedoch sind die Lehrwerke gerade in Klasse 5 und 6 noch sehr umfangreich, sodass eine Lektüre manchmal zu viel Zeit einnimmt, die später fehlt. Toll wäre, wenn man anhand der Lektüre eine Grammatik einführen könnte (z.B. Simple Past)."


"Es fehlt oft einfach die Zeit, die Arbeit mit der Lektüre auch so ausführlich durchzuführen, wie es eigentlich sinnvoll wäre. Ich bräuchte halt einfach mehr Englischstunden! ;-)"

Attraktivität für die Schüler und Motivation

Diese Antwort trifft es auf den Punkt:


"Wie bringe ich Kinder zum Lesen, die nicht mal in der Muttersprache gern lesen?"


Viele Schüler drücken sich teilweise oder komplett um das Lesen und versuchen es vorzutäuschen, was den Unterricht dann sehr zäh werden lässt. Und langweilige Lektüren machen das nicht einfacher...


Bereitstellung und Vorhandensein

Selbst wenn man nur den geringen Anspruch hat, dass jeder Schüler ein Buch vor sich hat, wird es schon schwierig. Es scheint, man hat nur die Wahl zwischen Pest und Cholera:


"1) die Lektüre wird von den SuS bestellt --> einige SuS haben auch nach einigen Wochen noch keine Lektüre
2) Lektüre wird von LuL bestellt --> man läuft dem Geld hinterher"


"Die Beschaffung ist gelegentlich schwierig. Die Lernbuchbibliothek enthält oft nur uralte Ausgaben, speckig und in nicht ausreichender Zahl. Die Lektüre sollte Eigentum der Schüler sein, damit auch noch mal nachgelesen werden kann und damit die oftmals damit verbundenen Lernaufgaben im Buch bearbeitet werden können. Es ist aber oft schwierig, Eltern zu überzeugen, Geld für eine Lektüre auszugeben."


"...meine Schüler kann ich das nicht bezahlen lassen..."


"SchülerInnen vergessen Lektüre zu Hause"


Zusatzmaterial fehlt

Wer 60 Stunden an einer Leistungskursklausur korrigiert, hat wenig Lust, nebenbei seine eigenen Arbeitsblätter zu erstellen. Logisch.


"Es nervt wenn ich mir alle Aufgaben dazu selbst ausdenken muss (stört mich aus Zeitgründen), weil die mitgelieferten Aufgaben zu eindimensional sind und wenn ich kein Hintergrundmaterial finden kann."


Außerdem stört:


"Das Zusatzmaterial ist oft wenig attraktiv"


Schwierigkeitsgrad/Differenzierung

Unsere Schüler sind so unterschiedlich, wie kann man da die richtige Lektüre für alle finden?


"Viele leichte Lektüren werden von Schülern als langweilig empfunden und sie lesen sie nur sehr unwillig. Man muss sie quasi durch das Buch prügeln. Andere sind vom Thema zwar interessant, aber überfordern einen Teil der SuS. "


"Ich suche eine sehr einfache Lektüre, die vom Inhalt aber für ältere Schule (7.-9.) Klasse geeignet ist, Niveau erstes Lernjahr... Bisher habe ich nichts gefunden..."


"Die meisten Lektüren sind zu schwer für meine Schüler."


"Das Material oder die Aufgaben sind außerdem selten differenziert, so dass einige S (trotz Vorentlastung) schnell die Lust verlieren und wir durch ständige Verständnissicherung stockend vorankommen."

Es ist nicht alles schlecht...

Diese Antworten haben mir Mut gemacht:


"Am meisten stört es, das Gejammer der Schüler zu hören, dass sie schon wieder so ein "olles Buch" lesen müssen, das auch noch so dick, öde und viel zu anstrengend ist. Wenn man aber einmal angefangen hat, geht es meistens ganz gut von der Hand."


"Ich habe eigentlich nichts auszusetzen"

Ich wäre nicht Hobby-Innovatorin wenn ich mir nicht eine Lösung für einige dieser Probleme überlegt hätte... stay tuned, wie man so schön sagt.

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Wirklich sinnvolles Schülerfeedback

Eeeendspurt!!! Zeit Filme zu gucken (auf Englisch/Französisch/Spanisch... natürlich), Bücher einzusammeln und Noten zu besprechen. Nicht immer, aber immer wieder gern, nutze ich diese Zeit auch um Feedback einzuholen. Früher fiel das in etwa so aus:

Dieses Jahr habe ich eine bessere Taktik. Mit sehr einfachen Mitteln kannst du so Feedback bekommen, das auch wirklich das Potential hat, deinen Sprachunterricht nachhaltig zu verbessern.

Und so geht's:

Ich lasse die Schüler ein Blatt zweimal falten, so dass vier Felder entstehen. Dann sollen sie anonym (soweit das bei ihren teilweise charakterstarken Sauklauen möglich ist) diese Fragen beantworten:


Gute Fragen - Gute Antworten

  1. Was ist dein Lieblingsstar/Lieblingscharakter aus einer Buchserie/Fernsehserie?
  2. Was sollten wir mehr im Unterricht machen?
  3. Was sollten wir weniger im Unterricht machen?
  4. Was hindert dich im Englischunterricht daran, die Sprache besser zu lernen?

Du kannst natürlich auch 6 Felder machen und andere Fragen ergänzen:

 

5. Was hast du außerhalb der Schule auf Englisch angeschaut/gehört?

6. Im Vergleich mit anderen Fächern, wie viel arbeitest du für Englisch?

7. Auf einer Skala von 1-10 wie sehr traust du dich, etwas auf Englisch zu sagen?

8. Was könnten wir tun um den Wert von Frage 7. zu verbessern?

 

etc.

 

Die Fragen sind alle sehr auf Fremdsprachen zugeschnitten, können natürlich aber auch um generelle Faktoren/andere fachspezifische Aspekte ergänzt werden.

 

Ich gebe zu, dass ich Feedback erstmal eine Weile liegen lasse, weil ich nervös bin, was die Schüler wohl schreiben. Daher hilft es, die Fragen selbst auf einen Doppelbogen zu schreiben, in den die Feedbackbögen dann eingelegt werden, damit man auch Wochen später noch weiß, was die Antworten bedeuten (Ferienamnesie, und so).

 

Wichtig ist vor allem auch die Ergebnisse sinnvoll auszuwerten.

 

Hier ein Paar Tipps, wie ich versuchen werde das Beste aus dem Feedback herauszuholen:

 

  • Hat das nur ein Schüler gesagt, oder geht es hier um ein generelles Interesse/Problem?
  • Welche anderen Faktoren haben das Feedback beeinflusst (Zeitmangel, keine Chemie mit der Klasse, Krankheit, ...)?
  • zu Frage 1: Dies ist für uns Lehrer eine Ideenkiste bei Motivationshängern der Schüler. Besonders natürlich, wenn Charaktere mehrfach genannt werden. Das kann man natürlich auch am Anfang des Schuljahres fragen, aber wann hat man als Lehrer dann noch Zeit, nachzugucken, von wem da die Rede ist, und wie man ihn in den Unterricht einbinden kann.
  • zu Frage 2: Fanden die Schüler vor allem Dinge gut, die mit der Fremdsprache nichts oder nur wenig zu tun hatten? Das zeugt von einer eindeutig falschen Taktik.
  • zu Frage 3: Affektive Faktoren sind enorm wichtig in der Fremdsprache. Hier sollten wir also genau hinschauen: Was war der Sinn dieser Tätigkeit? Wenn man sie nicht ganz abschaffen will (das meiste könnte man...), wie wird man sie dann motivationstechnisch aufwerten? Siehe dazu auch die Antworten auf Frage 1.
  • zu Frage 4: Hier am besten mit den Schülern ein kreatives Brainstorming machen, wie diese Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können.

 

Abgesehen von der Verbesserung meines Unterrichts, habe ich schon einige große Pläne im nächsten Schuljahr. Es würde mich außerdem interessieren, ob/wie du Feedback einholst. Hast du vielleicht eine noch bessere Technik? Vielleicht schreibst du hier einen Kommentar deine Sprachlehrerkollegen und mich? Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten Endspurt mit viel Spaß und so wenig Notendiskussionen wie möglich...

 

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Frühjahrsputz beim Unterrichtsmaterial Teil I

Tja, wenn man eine Weile nicht gepostet hat, fällt es schwer, etwas zu finden, was den eigenen Ansprüchen genügt. (Der Grund waren ein paar persönliche und projektbezogene Rückschläge, sowie die Arbeit an aufregenden Ideen für die Zukunft, wie der ersten TPRS-Lektüre für Englischunterricht in Deutschland.)

Ich hoffe Teil eins dieser Artikelserie mit Tipps wie man als Lehrer sein Papierchaos besser in den Griff bekommt, gefällt.

Regal frei und froh dabei...

Ich bin kein extrem pedantischer Mensch, aber mein überquillendes Regal mit Literatur für den Job ist mir tierisch auf die Nerven gegangen. Ich gehöre auch nicht zu denen, die Bücher behalten um sich daran zu erinnern, sie einmal gelesen zu haben. Aber Bücher loswerden, die man ja gaaaanz vielleicht gebrauchen könnte, wenn man irgendwann mal wieder eine Klasse, die das Thema, und so weiter und so fort... das fiel mir immer schwer.

Das Foto zeigt den Status Quo, nachdem ich schon einmal ausgemistet hatte:

vorher...

Und dazu kamen noch ca. 80cm Bücher, die man im ersten Foto nicht sieht, weil kein Platz mehr im Regal war. Die mussten neben meinem Schreibtisch in einem anderen Regal augelagert werden, in dem ich auch meine Ordner habe (dazu mehr später).

Und wie bin ich dann von hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

...ohne Schmerzen nach dort gekommen:

 

 

nachher...

Auf diesem Foto sieht man ALLE meine Bücher für die Schule. Es sind also auch die 80cm, die ich ausgelagert hatte, verschwunden.

 

Wie man vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht, habe ich die Ordner aus dem kleinen Regal zu ihren Freunden neben dem Schreibtisch packen können und trotzdem noch Platz gefunden für mein Hanging-File-System, das Papier und den Drucker.

 

Ich kann jetzt sogar wie in den schicken Enteriööör-Fotos mein Regal dekorieren. Es ist zwar noch ein kleiner Rest Chaos geblieben, aber der ist doch ganz zahm...

 

Wie's ging (tut auch wirklich nicht weh!)


Ich habe mich an die Konmarie-Methode gehalten. Die klingt erstmal wenig innovativ, hat bei mir aber besser funktioniert als ALLES andere was ich in meinem Leben bisher ausprobiert habe.


Die Methode geht so:

 

AAAAlles von einer Kategorie (hier Bücher für Schule) rausräumen. Wirklich alles. Einfach auf dem Boden ausbreiten.

  1. Alles einzeln in die Hand nehmen
  2. und sich dabei fragen: "Löst das Freude aus?"
  3. Alles, bei dem die Antwort "nein" ausfällt, auf einen Haufen zum Entsorgen/Recyclen.
  4. Am Ende sich ganz zen-mäßig bei den zu entsorgenden Gegenständen bedanken, dass sie einem so lange und gut gedient haben. Dieser Schritt hat mir überraschenderweise wirklich enorm geholfen.

Ich bin ca. 60% der Bücher dadurch losgeworden. Und es fühlte sich gut an. Auch jetzt, einen Monat später, vermisse ich keins meiner aussortierten Schätzchen.

 

Hier mein Foto "in process", mit Platz in der Mitte zum Sitzen...

 

Da kamen die guten Sachen hinterher gleich viel besser zur Geltung.


Ich  muss allerdings zugeben, dass ich auch noch einen "Vielleicht-Stapel" habe, der nur sehr langsam durchgeschaut und abgebaut wird... Darin sind Bücher, in denen noch einzelne gute Ideen hausen, die ich zu Evernote übernehmen will und dann das Buch loswerden.


Alles in Allem bin ich aber sehr glücklich mit meinem neuen schicken Regal. Da macht die Unterrichtsvorbereitung gleich mehr Spaß.

Wie sieht's bei dir aus? Quillen deine Regale über? Und wenn ja, stört's dich? Falls du es auch mal probieren willst, rate ich definitiv vorher-nachher Fotos zu machen. Das ist so befriedigend. Vielleicht schickst du mir dein Foto per Email? Dann feiere ich mit dir.

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Selbstgemachte Sprach-Ohrwürmer (mit Popsong Download für den Englischunterricht)

Heute gibt's doppelt was auf die Ohren:

 

1. Eine Liste topaktueller und trotzdem erträglicher Popsongs, die du im Unterricht einsetzen kannst wenn du deine Schüler mit Musik überraschen willst, die sie tatsächlich auch in ihrer Freizeit hören.

 

3. Als Download zwei aktuelle Popsongs als fertige Arbeitsblätter zum Bearbeiten im Unterricht.

 

 

Original: http://www.flickr.com/photos/jikatu/16077626329
Original: http://www.flickr.com/photos/jikatu/16077626329

1. Was hört IHR denn da?

Wie ich im letzten Artikel erzählt habe, geht es bei uns momentan in der 7. um Musik, genauergesagt Popmusik. Etwas, das ich nur selten mal im Autoradio höre - oder gleich wegschalte. Ich habe auch keinen Fernseher, also habe ich keine Ahnung, wer Ariana Grande ist und warum sie so angesagt ist (Weil sie so dünn ist und aussieht wie eins von den Disney-High-School-Musical Mädels???).

 

Also habe ich einfach mal gefragt: "Was hört ihr denn so, und vor allem, was sollen wir mal im Unterricht übersetzen/zusammen hören?"

 

Wie genau ich das gemacht habe, habe ich im letzten Artikel ebenfalls erklärt. Ist aber no rocket science, wie man so schön sagt.

 

Hier meine Auswahl der von den Schülern gewählten Songs, die sich für den Unterricht eignen. Einfach mal in Youtube copy-pasten, wenn du wissen willst, was unsere Schüler so hören. Von dieser Liste werden wir hoffentlich alle bearbeiten. Die ersten drei haben wir schon durch:

 

  • Ariana Grande - Break Free
  • Avicii - the Days
  • Jessie J - Price Tag
  • Linkin Park - Castle of Glass
  • One Republic - Love runs out
  • Sam Smith - I am not the only one
  • John Legend - All of me

 

Darüber hinaus habe ich aus Grammatikgründen

 

  • Pink - Have you ever
  • Jamie Cullum - Next Year Baby

 

Bearbeitet, fanden die Schüler auch nicht übel...

3. Zwei Popsongs als Arbeitsblatt-Download

Quelle: https://www.flickr.com/photos/hotgossipitalia/16405351475/in/
Quelle: https://www.flickr.com/photos/hotgossipitalia/16405351475/in/

Die zwei aktuellen Songs: Ariana Grande - Break Free und Avicii - the Days habe ich für dich hier als Arbeitsblatt-Download eingestellt.

Klar, die Songs musst du dir noch irgendwie besorgen (man kann sie ja auch einzeln kaufen, wenn man keine anderen Wege gehen möchte...). Aber sobald du die Songs auf eine CD gebrannt hast, kann es losgehen.

 

Ich habe diese Stunden in meiner 7. Gymnasialklasse durchgeführt.

 

Hier ist der Download als doc-Datei (oder mit Klick auf das Bild).

 

Im Unterricht sah das dann so aus:

Ich bearbeite sie schlicht und einfach so:

 

1. Einmal hören, Schüler dabei Lücken nach Möglichkeit ausfüllen lassen

 

2. Gemeinsam übersetzen, das Unterstrichene wird dabei auch neben dem Song notiert.

 

Dabei diskutieren wir die Inhalte kurz. Mit der Betonung auf kurz.

 

3. nochmal hören und mitlesen.

 

Das kann man auch auf zwei Stunden aufteilen, wenn die Schüler eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben.

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Konkrete Schülerorientierung gegen "Das interessiert doch keine Sau!"

Sprachen Lernen muss Spaß machen
Originalbild unter: http://www.flickr.com/photos/donnieray/11695580434/sizes/c/in/photostream/

Schonmal drüber nachgedacht, wie es wäre, wenn du deinen Partner als Schüler hättest? So war es bei mir. Weder er noch ich hatten Lust auf Frust. Kein Vokabelpauken, keine Grammatik. Und trotzdem sollte er irgendwie Deutsch lernen.

Und dann habe ich mich gefragt, ob meine Lösungsansätze nicht auch meinen Schülern zu Gute kommen könnten. Hier sind meine Überlegungen zu mehr Schülerorientierung und zwei ganz konkrete Methoden für den Unterricht.

 

Mehr zuhören - das wollen die Schüler genauso wie dein Partner

Dass man besser lernt, wenn man sich für das interessiert, um was es geht, ist sonnenklar. Auch Studien belegen das (z.B. im aktuellen Journal of Foreign Language Teaching (1/15), frag mich gern, wenn's dich interessiert).

 

Ebenso klar ist, dass wir Lehrer oft frustriert sind, weil es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, die Schüler in ihrer "alles-ist-uncool-Phase" für irgendetwas außer Schminkspiegeln, Apps oder Sammelkarten zu interessieren. Daher...

 

Erst mal können vor Lachen . . .

Original: https://www.flickr.com/photos/mabi/38871148/
Original: https://www.flickr.com/photos/mabi/38871148/

"Der spult jedes Jahr den gleichen Stoff ab."

 

"Wie peinlich, sie geht da voll drauf ab, dabei wär ich fast gestorben vor Langeweile."

 

Solche Sprüche hofft wohl niemand hinter seinem Rücken hervorzurufen. Aber wie soll man bei den Zwängen des Lehrplans und den mitteilungsschwachen und unmotivierten Schülern denn auch einen Treffer landen?

 

Meine Idee: mehr Schülerorientierung durch sinnvolle Selbstbestimmung. Und zwar so:

 

Methode 1: "Macht doch was ihr wollt!"

 

Bildbeschreibung... "das interessiert doch keine Sau!" ...dachte ich mir in meiner 10. Klasse.

 

Die sind sowieso mit Themen gebeutelt, zu denen ich irgendwie keinen Draht bekomme. Merkt man das? Bestimmt. Na gut, wat mut dat mut, denke ich als gute Bremerin und überlege, zwei ihrer tollen Plakate, die sie zum Thema "Raise awareness for a global issue" gemacht haben, beschreiben zu lassen. Ich fange schon bei der Vorstellung daran an zu gähnen...

 

Schluss damit. Risiko eingehen. Umdenken. Bildbeschreibung ja, aber zu ihren Bedingungen.

 

Ich kündige theatralisch eine superschwere optionale Hausaufgabe an:

 

"Findet ein Bild, das ihr gern beschreiben wollt. Ein Poster eures Lieblingsfilms, ein Bild eures Stars,... Hauptsache es ist ein bisschen was drauf, das man beschreiben kann. Und wer die Hausaufgabe vergisst, muss das Poster beschreiben" (MIST, hab ich grad "muss" gesagt?)

 

Schüler X: "Frau Dincheeeer, so richtig mitbringen, oder dürfen wir auch... ?"

 

"NEIN, ihr dürft nicht einfach ein Foto auf eurem Smartphone mitbringen!"

 

Schüler X: "Aber das Poster in meinem Zimmer ist sooo groooß!"

 

"Trotzdem. Dann finde es halt im Internet und druck es auf A4 aus."

 

Da wird mir klar, Schüler X macht eigentlich nie Hausaufgaben. Und interessiert sich auch sonst für nix außer seinen Sitznachbarn. In meinem Kopf regnet es goldenes Konfetti...

 

Die Stunde lief dann total entspannt. Irgendwie waren alle Schüler bei der Sache. Und ich konnte rumgehen und fragen, wer warum welches Bild gewählt hat. Sie fragten, wie man bei einem Poster ihrer Mitschüler über den Autor und das Erscheinungsdatum sprechen könnte. Lief!

 

Methode 2: Authentische Texte nach Wunsch...

 

Das gleiche Prinzip in der Mittelstufe. Genau genommen in der 7.Klasse, die sind fit genug für Popsongs. Einfach mal eine Liste der Songs aufstellen lassen, die sie gerne im Unterricht behandeln würden.

 

Dazu eine Liste auf DIN-A-3 Papier anfangen:

  • Song title,
  • Artist,
  • Student name (damit bei den extra versauten Texten auch klar ist, wer sich da einen Spaß erlaubt hat - oder kein Englisch versteht)

Danach durfte ich beruhigt feststellen, dass auch die Jungs nicht nur "Gangsta-Rap" hören. Und mir wurde sofort klar, dass ich, obwohl ich zu den jüngsten im Kollegium gehöre, doch mehr als doppelt so alt bin wie meine Schüler... Neulich hat mir meine Kollegin verklickert, dass in der Oberstufe das globalste Ereignis an das sie sich erinnern vermutlich Fukushima ist. Die waren bei 9/11 noch nicht mal in der Schule!! Herrjeh, sind wir alt.

 

Aber zurück zu den Songs.

 

Auch mein Klassenlehrerkollege, der die Liste auf dem Pult fand, war jedenfalls überrascht, wie wenig Namen ihm als Musikliebhaber überhaupt bekannt vorkamen.

 

Letztendlich war es besser so, denn die Schüler fühlten sich von meinem Interesse gebauchpinselt und ich konnte noch etwas lernen.

 

Mein Nachhilfekurs in  Teenie-Mucke war übrigens überraschend wenig schmerzhaft.

 

Klar sortiere ich aus, was zu sexuell aufgeladen ist, frauen- oder minderheitenverachtend. Oder schlicht und ergreifend kein für Anfänger geeignetes Englisch.

 

Und manchmal gab es sogar was zu lachen.

 

So zum Beispiel, wenn der Schüler mit Leserechtschreibschwäche den Song mit folgenden Lyrics vorschlägt (komplett abgedruckt):

 


"Animals"

We're the fuckin' animals
We're the fuckin' animals

 

 

In diesem alten Blogartikel findest du noch mehr Ideen dazu, wie du Schüler motivieren kannst.


Soll ich die Liste der Songs aus der engeren Auswahl mal hier teilen? Schreibe mir eine Email oder einfach unten einen Kommentar, dann weiß ich, ob sich die Arbeit lohnt.

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Was ich über interkulturelles Feiern gelernt habe

Original von: http://christmasstockimages.com/free/new_year/slides/happy_new_year_color.jpg
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Ich hoffe du bist richtig gut und auf deine liebste Weise ins neue Jahr gerutscht. Laut? Leise? Im großen Kreis oder im kleinen?

Ich war mit Freunden und Familie in Berlin und habe mit Raklette, Raketen und Brettspielen das neue Jahr eingeläutet. Zu Weihnachten waren wir dagegen in England, genau umgekehrt wie im Jahr zuvor, was mich zur selbsternannten Expertin für deutsch-englisches Jahresendfeiern macht. Vielleicht lassen dich meine Erkenntnisse schmunzeln...

Feiere nie Sylvester in London


... es sei denn du hast es gern leise. Ich nicht. Jedenfalls nicht sooo leise. Deswegen bin ich ja nach London gefahren.


Wir hatten also letztes Jahr die tolle Idee Sylvester bei Freunden in London zu feiern.

Das wird aufregend und gesellig und total großartig, dachten wir. Wurde es auch, bis auf eine Ausnahme...


Es gab gar kein Feuerwerk zu kaufen und um Mitternacht ging keiner unserer Freunde vor die Tür. Ich wagte einen Blick nach draußen und was sah ich?


Nichts. Leere Straßen, Grabesstille. Eine einsame verwirrte, drittklassige Rakete drei Ecken weiter.


Wie bitte kann es sein, dass eine Millionenmetropole wie London kein anständiges Feuerwerk zu Stande bekommt???


Ach ja richtig, die Briten machen das ja zu Guy Fawkes Day. Da gab es sogar auf dem Dorf eindrucksvolle Batteriefeuerwerke, aber Sylvester in London war echt die Pleite.


Klar kann man sich den ganzen Tag lang anstellen und dann das bombastische Feuerwerk am London Eye anschauen, aber da hatte ich dann doch Besseres vor.


Viele Briten sehen sich das dann gern im Fernsehen an, aber wenn man ehrlich ist, ist da nur ein riesiger gelber Fleck in der Bildschirmmitte...


Meine holländische Freundin (die einen Briten geheiratet hat) erzählte, als ich wieder rein kam, eine viel traurigere Geschichte:


Zu Sylvester werden in Holland für alle Nachbarn fritierte süße Teigbällchen gemacht. An ihrem ersten Londoner Sylvester strömte sie also (stolz wie Oskar) mit riesigen Platten voller Gebackenem auf die Straße um mit den Nachbarn zu feiern.


Und stand völlig allein auf weiter Flur...


Sie haben noch Wochen später an den Teigbällchen gegessen...


Was am britischen Christmas-dinner besser ist - und was nicht


Willst du wissen, was es bei unserem typisch englischen Christmas dinner zu essen gab? Dann guck einfach auf meinen Teller, den ich hier in vollster Pracht abgelichtet habe.


Es gab, wie man oben sieht, bei diesem verdammt leckeren Weihnachtsmenü:

  • turkey
  • nut roast aus Maronen und Kokos
  • nut roast aus Nüssen und Aprikose
  • stuffing aus Maronen
  • parsnips and carrots
  • brussels sprouts
  • roasted potatoes
  • gravy

Die ersten drei Punkte kamen mit freundlicher Unterstützung der örtlichen Supermärkte (leicht gehoben) auf den Teller, da die Hausherrin krank geworden war und nicht alles selbst machen konnte. Es schmeckte aber wie selbstgemacht, und sogar die Zutatenliste hätte von Muttern kommen können. Convenience food, und eigentlich Essen im Allgemeinen, können die Briten inzwischen hervorragend.


Gelernt habe ich auch, das "stuffing" nicht unbeding in einem Vogel gewesen sein muss, um als solches zu gelten...


Supermegalecker war es jedenfalls. Und das schon vor dem Christmas Pudding with Brandy Butter...


Der Zeitpunkt war allerdings antiklimaktisch. Den Bauch vollschlagen um zwei Uhr nachmittags, davor oder danach Geschenke und dann gehen die Familien mit Kindern um sechs nach hause? Danach plätschert alles nur so vor sich hin.


Irgendwie nicht so richtig geballt weihnachtlich, fand ich.


Christmas-Cracker sind nicht nur für Kinder


Auch Erwachsene setzen sich gerne bunte Papierkronen auf. Selbst wenn das eigentlich total kindisch und albern sein müsste, verbindet es irgendwie.


Und als Englischlehrerin finde ich die Cracker-Jokes auch interessant:


Why is six afraid of seven?


3



2



1



Answer: Because seven ate nine... (7,8,9...)


Fazit: Feste sind was du draus machst


Mein Liebster und ich feiern gern, weshalb für uns die Devise war: absolute Feiermaximierung: Heiligabend gefeiert, genauso wie Christmas morning mit Familie in England und dann die Nachfeier mit meinen Eltern.


Aber falls dir der ganze Weihnachtskram auf den Keks geht, mach es einfach andersrum. Heiligabend ist in England unfeierlich und am 1. Weihnachtsfeiertag ist bei uns schon fast alles vorbei. Fliegen ist am 1. Weihnachtstag allerdings schwer, da sich an diesem Tag in England scheinbar kein Flugzeug vom Boden hebt.


Die gleiche Flexibilität gilt ebenso für die Bräuche. Stockings, Crackers und Christmas Pudding haben meine deutschen Weihnachten deutlich verbessert, währen mein Schatz den echten Baum, die echten Kerzen und einen selbstgemachten Adventskalender genoss. Aber wem der ganze Zinnober schon immer auf den Senkel ging, streicht und adaptiert einfach nach Belieben.


In Australien gibt es Barbeque am Strand. Nachdem ich von einem finnischen Kumpel zu Sylvester gelernt habe, wie genial Schneegrillen ist, kann ich auch diesen Brauch nur zur Adoption empfehlen...


Und wie hast du gefeiert? Hast du internationale Bräuche adoptiert? Oder geht dir alles auf den Zeiger und du feierst lieber still oder gar nicht? Hinterlasse uns doch einen Kommentar.

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Tipps für einen besseren Elternsprechtag als Fremdsprachenlehrer

Original auf: http://www.flickr.com/photos/memebinge/15033991623
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Es ist wieder soweit. Wenn es dir wie den meisten Lehrern geht, schaust du bestimmt mit wenig Vorfreude auf den Elternsprechtag. Genauso geht es vermutlich vielen Eltern. Dennoch geben sich alle Parteien (meist) größte Mühe das ganze gut über die Bühne zu bekommen,  schließlich sind wir alle pflichtbewusste Erwachsene.


Ich bin nächste Woche dran und habe ein paar Ideen gesammelt, mit denen ich als Fremdsprachenlehrerin meinen Elternsprechtag entspannter gestalte.


Zeig, was du hast...


Nein, kein tiefer Ausschnitt... Eltern bekommen von ihren Teenie-Kindern selten sehr aussagekräftige Antworten, wenn es darum geht, was im Unterricht gemacht wird. Sie haben aber oft durchaus ein großes Interesse, das sie zum Elternsprechtag mitbringen.


Seit ich die Klassenbibliothek durchführe, kann ich den Eltern zeigen "Ihr Kind liest gerade dieses Buch auf Englisch. Generell mag ihre Tochter gerne Romane." Das kam schon beim Elternabend richtig gut an und möchte ich auch auf den Elternsprechtag ausweiten.


Ich würde zum Zeigen gar nicht unbedingt zu detailliert werden und mir womöglich Diskussionen einhandeln, aber ein besonders positiver Text des Schülers oder ein Blick auf die Klassenlektüre zeigt den Eltern, dass man eine offene Einstellung hat.


Sieh es von Elternseite...


Eltern haben häufig nur ihre eigenen Erfahrungen aus dem Fremdsprachenunterricht vor Augen, wenn sie in ein Gespräch kommen. Sie kritisieren dann vielleicht, dass du nicht genug Vokabeltests schreibst oder sonstiges, das sie nicht verstehen.


Es hilft wenn man kurz die Vorteile beschreiben kann, warum man so arbeitet wie man arbeitet und dabei als erstes auf die Sorgen der Eltern eingeht, selbst wenn sie sich hinter einem Vorwurf verstecken. Das Deeskaliert sehr schnell und Eltern fühlen sich verstanden.


... und hole sie mit ins Boot


Nachdem du ihnen ggf. kurz und prägnant erklärt hast, wie Fremdsprachenlernen funktioniert, kannst du ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie ihrem Kind helfen können, in der Sprache besser zu werden.


Dabei ist es natürlich wichtig, nicht nur teure Nachhilfe oder Sprachreisen zu empfehlen (das würde bei mir im Stadtteil nur wenige erreichen). Diese günstigen Maßnahmen empfehle ich unter anderem:


  • Für Englisch gibt es in den Stadtteilbibliotheken bei uns z.B. schöne kleine Easy-Readers, die die Kinder so weglesen können.
  • Sie können ihre Kinder ermutigen, Songtexte ihrer Lieblingslieder im Netz zu suchen und zu verstehen.
  • Sie können beim Vokabeln lernen helfen.
  • Sie sollten bei neuen Computerspielen empfehlen, die englische Fassung zu installieren und zu spielen.
  • Sie können vorschlagen, DVDs, die die Kinder auf Deutsch oder in ihrer Muttersprache schon halb auswendig kennen, mit Untertiteln zu sehen.
  • Sie sollten ihr Kind aber bitte nicht zwingen, Grammatikhefte zuhause durchzuarbeiten. Das führt nur zu Chaos im Kopf und Ablehnung gegenüber der Fremdsprache.

Mach's nett und so stressfrei wie möglich

 

Ok, dieser Punkt ist nicht spezifisch für Fremdsprachenlehrer, aber sooo wichtig.

 

Ich habe immer Tee dabei, was den netten Nebeneffekt hat, dass der Raum einen netten Duft annimmt. Kekse kann ich nicht empfehlen, es sei denn, du stehst darauf, sie am Ende alle allein aufzuessen. Letzes Jahr wurde sage und schreibe ein magerer Keks verputzt. Zu viel Bauchspeck um Goodwill zu demonstrieren...

 

Außerdem habe ich zur kalten Jahreszeit eine Kerze. Die hat schon viele Komplimente bekommen und ich bilde mir ein, dass sie deeskaliert. Powerkerze!!!


Advent Kerze
Original unter: http://www.flickr.com/photos/grillespictures/8237083951

 

Ist doch gleich viel netter. Ich hoffe dein Elternsprechtag wird/war positiv.

 

Was hast du für Strategien, damit es möglichst nett wird? Hinterlasse einen Kommentar unten und hilf uns allen entspanntere Elterngespräche zu führen!


Und wenn du neu hier bist, ich verschenke mein Ebook mit den besten Spielen für den Fremdsprachenunterricht, siehe hier:

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Summary Writing with Jokes - Jetzt auch Material für die Oberstufe - und die Gewinner

Da ich dieses Schuljahr bis auf einen Kurs nur noch Oberstufe habe (da war Mangel, na toll), habe ich mich entschieden, jetzt auch ab und an etwas für die Oberstufe anzubieten. Das ist jetzt zwar auf Englisch, lässt sich aber mit wenig Aufwand auch für andere Sprachen umsetzen. Zusammenfassungen schreiben fällt den Schülern immer sehr schwer und das Üben im Unterricht ist oft nervig. Diese Übung hat mir und meinen Schülern Spaß gemacht.

Zusammenfassung der Stunde

Die Schüler üben die Textreduktion an Hand langer englischer Witze. Sie müssen diese in einem Satz zunächst allein und später in der Gruppe zusammenfassen.


Was du brauchst

Summary Writing with Jokes für die Oberstufe Download

MATERIAL:

  • Meinen DOWNLOAD der Witze (hier oder mit Klick auf das Bild links)
  • davon eine Kopie pro Gruppe
  • optional: Laminiermaschine um die Witzekarten zu laminieren

ZEITBEDARF:

 

45 Minuten wenn deine Schüler zügig arbeiten, sonst etwas mehr.

Durchführung

  • Kopien oder laminierte Karten auseinanderschneiden.
  • Gruppen von 4-5 Schülern einteilen
  • Anleitung an die Tafel schreiben:
  1. Read the jokes and write a one sentence summary with no more than 12 words for each joke.
  2. Share your sentences in your group and agree on the best one.
  3. Vote the best joke in your group.
  4. Extra: Write down a joke you know in English or try to translate a German joke
  • Nach Anleitung Gruppenarbeit durchführen, dabei unbekannte Vokabeln anschreiben, oder nachschlagen lassen.
  • Im Plenum gute Lösungen und Schwierigkeiten diskutieren. Auf Strategien wie noch kürzere Zusammenfassungen (man buys horse), die dann verlängert werden, eingehen.


Erfahrungen

Sowohl meine Q2 als auch Q1 Schüler hatten von sich aus darum gebeten, Summary-Writing zu üben.

 

In meinem Q2 Grundkurs (kurz vor dem Abi) hatte eine Gruppe kaum Schwierigkeiten und war zügig fertig, die anderen drei haben etwas gekämpft. Die Aufgabenstellung hatten nicht alle verstanden und dann gleich zusammengearbeitet statt erst einmal allein. Das werde ich also in Zukunft klarer durchgehen. Die Schüler haben konzentriert gearbeitet und einige sogar über die Witze gelacht.


Die Idee habe ich übrigens von hier, da kann man die Karten fertig kaufen. Aber ich war einfach zu geizig...

 

 

Jetzt zu den zwei Gewinnern der Kinderbücher:

MissS und Margit haben die Kinderbücher gewonnen! Diese Pakete haben sich auf die Reise gemacht (ich hab noch mehr Bücher draufgelegt, weil ich mich so gefreut habe):


Und du, wie bringst du deinen Schülern bei, gute Zusammenfassungen zu schreiben? Erzähle uns doch in einem Kommentar, was bei dir funktioniert.

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