Schülerhit Hausaufgabenbuffet (mit Download: USA/Californien)

Du hast den Artikel über Hausaufgaben gelesen, die Schüler sich selbst aufgeben würden? Dann zeige ich dir hier, wie du das ganze auch noch sinnvoll in den Unterricht einbinden kannst (mit Download). Ich habe es gerade ausprobiert, frisch aus dem Unterricht sozusagen, und meine Schüler waren begeistert.

 

Das Thema in der 8. Klasse ist bei uns USA und Californien. Damit wollen wir uns bis zu den Osterferien beschäftigen. Da ich ein notorischer Hausaufgaben-Aufgeben-Vergesser bin, hat mich diese Methode überzeugt, und die Schüler anscheinend auch.

Die Idee

...habe ich von diesen zwei tollen Bloggerinnen und Kolleginnen aus den USA.

Die Überlegung ist, dass man auch für eine ganze Periode Hausaufgaben aufgeben kann und die Schüler entscheiden, wann sie sie machen wollen. Dazu kann man ein ganzes Buffet an Aufgaben anbieten und die Schüler suchen sich aus, welche sie auswählen. Alle Aufgaben sollten

  • möglichst Input- nicht Outputbasiert sein (also Hören und Lesen vor Sprechen und Schreiben), damit sich keine Fehler einschleichen und die Schüler z.B. auch andere Sprecher hören als nur deine Stimme
  • Keine frustigen Aufgaben sein, bei denen die Schüler nur ihre Fehler vorgehalten bekommen, sondern stattdessen...
  • ...motivierende, kreative Aufgaben
  • verschiedenste Zugänge bieten

Wie sieht das aus und wo kann ich das runterladen?

Das sieht zum Beispiel so aus (oder du bekommst auf der Originalseite ein Beispiel für den Spanischunterricht). Oder du kannst von den beiden die tolle Vorlage für Französisch und Spanisch plus Anleitung bei Teachers Pay Teachers kaufen.

Hier ist meine Version, die du einfach durch Klick auf das Bild runterladen kannst:

Ich habe einen neuen Downloadbereich für Englischlehrer eingerichtet. Dort werde ich ab jetzt Material sammeln, das speziell auf den Englischunterricht ausgelegt ist. Einfach hier oder auf das Bild klicken, dann kommst du zum Download für die Real World Homework.

Und wie reagierten die Schüler?

Die Reaktionen im O-Ton:

  • "Boah, bekomme ich echt 5 Punkte, wenn ich vor der Klasse eine Dankesrede für die Oskars halte? Kann ich das auch gleich jetzt?" [Ja, konnte er, soll er aber nochmal besser vorbereitet...]
  • "Ist es ok, wenn ich den Musiklehrer bitte, ob er mir eine Gitarre ausleiht?"
  • "Ich mag das, das, das, das und das."
  • "Ey, habt ihr das mit dem Kochen gesehen? Bitte mach das einer!"

All in all: SuperWIN! Hausaufgaben Aufgeben hat noch nie so viel Spaß gemacht.

 

Habe ich schon eine Ahnung, wie ich das alles in den Unterricht einbinde? Nicht so richtig, aber andere Hausaufgaben muss man ja auch nachgucken. Dann lieber welche, die auch den anderen etwas bringen. Wenn du selbst eine Hausaufgabenbuffet aufgibst, könntest du mir eine Mail schicke, damit wir die möglicherweise sammeln können?

Und wie lief das im Unterricht?

Klasse! Also die Schüler waren besonders am Anfang hoch motiviert und es wurden deutlich mehr Lernkanäle angesprochen. Es gab mexikanische Muffins, Kekse, einen Salat sowie Churros. Vokabeln wie "scharf" und "Mehl" und "Teelöffel vs. Esslöffel" waren so leicht besprochen.

Ein Schüler hätte fast seine E-Gitarre mitgebracht, aber zum Lied passte besser die akustische. Dann haben wir gemeinsam "If you're going to San Francisco..." gesungen. Wenn man den Schülern fünf Spielminuten verspricht, wenn sie mitsingen, klappt das sogar.Die Stimmung war echt klasse und der Schüler konnte mal richtig zeigen, was er kann.

Die "Sights" Californiens wurden zunehmend vom Material der Schüler bestimmt statt am Buch zu kleben. Meiner Ansicht nach deutlich motivierender...

 

Zwei Schülerinnen kamen von sich aus und führten mir ganz unabhängig einen bei Facebook gefundenen Knock-Knock-Witz (die wir vor ein paar Wochen behandelt hatten). Sie haben sich riesig gefreut, als sie dafür von mir einen Hausaufgabenpunkt geschenkt bekamen...

Wie war der Arbeitsaufwand in der Stunde?

Da ich ja wusste, dass viele Aufgaben mehrfach erledigt würden, habe ich die Besprechung immer nur partiell bei einzelnen Schülern gemacht. Bei der Oscar-Frage zum Beispiel nur drei Kategorien pro Schüler. Das wurde dann auch nicht langweilig. Wenn allerdings die vierte Schülerin mit dem gleichen Song ankam, haben wir den nicht mehr genauer besprochen und ich habe nur abgezeichnet.

 

Der Arbeitsaufwand in der Stunde war geringer als erwartet, das richtet sich aber auch nach der Art der Aufgaben. Ich habe am Ende einiges nur noch abgezeichnet (das kann ich nur empfehlen, immer einmal die Unterschrift drunter). Werde auch da wohl wieder strenger werden, so dass nur eine Aufgabe pro Stunde abgegeben werden darf. Das hilft auch den Schülern, sich selbst mehr Druck zu machen.

Haben dadurch mehr Schüler Hausaufgaben gemacht?

Vielleicht ein klein wenig. Aber auch nicht weniger, und es hat allen sehr viel Spaß gemacht. Insgesamt haben sich auch die Schwächeren stärker beteiligt.

Was würde ich anders machen?

Worauf ich allerdings beim nächsten Mal achten werde ist, dass keine übersetzten Rezepte und Webseiten mehr erlaubt sind. Es muss sich um Originalmaterial handeln. Für Rezepte würde ich vielleicht einen Punkt weniger geben. Andererseits war das auch verdammt lecker und wir hatten Spaß...

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Katharina Frenz (Montag, 26 Januar 2015 19:56)

    Tolle Idee!! Zusätzlich motivierend sind ja auch die Punkte, die sie dafür bekommen. Das finden viele SuS toll, da es so ähnlich wie beim Computerspielen ist! Werde ich auf jeden Fall ausprobieren :) Danke!